"Das Internet ersetzt keine Großmutter"
Die Agence France Presse [AFP] ist für seriöse Berichterstattung und schnelle News bekannt.
Bisweilen landen AFP-Storys allerdings im Prosa-Filter der futureZone. Aktuell etwa berichtet AFP über die Selbstdefinition von Großmüttern zwischen Apfelkuchen und Internet. "Das Internet ersetzt keine Großmutter", titelt die Agentur, um das I***-Wort künftig nur ein einziges Mal wieder zu verwenden.
"Früher lasen sie Märchen vor, konnten stricken und den besten Apfelkuchen backen. Heute surfen sie im Internet, gehen skaten, und nicht wenige landen irgendwann einsam auf einer Pflegestation. Über das Leben von Großmüttern ist eigentlich alles bekannt", lautet die Einleitung zu einer Agenturprosa par excellence.
Eine wissenschaftliche Frage
Derzeit würden sich Anthropologen, Soziologen und Psychologen aus
aller Welt in Delmenhorst bei Bremen treffen, um über Großmütter zu
diskutieren. Den Forschern gehe es um "ein Paradoxon der
Evolutionstheorie": "Denn während bei den meisten Lebewesen das
Weibchen stirbt, sobald es keinen Nachwuchs mehr bekommen kann, lebt
die Frau seit Urzeiten nach der Menopause weiter - heute durchaus
noch 40 bis 50 Jahre. 'Warum sterben die nicht schneller?', lautet
deshalb eine wissenschaftliche Frage, der auch
[Bevölkerungswissenschaftler] Beise nachgeht."
Agence France PresseSchwiegermütter und Sterblichkeit
Was die Forscher weiters verblüfft: "Mussten die Frauen sich mit einer Schwiegermutter in der Familie herumschlagen, erhöhte sich die durchschnittliche Kindersterblichkeit."
Dass Google mehr Terabytes als Großmuttern speichert, ist auch zu Forscherkreisen durchgedrungen: "Wurden die Alten früher als Wissensspeicher geschätzt, hat das die Technikrevolution in den Industriegesellschaften verändert: 'Wir müssen nicht mehr bei Oma anrufen, wenn wir irgendetwas wissen wollen. Wir geben das einfach in Internet-Suchmaschinen ein'", berichtet AFP weiter.
