Finnland will deutsches UMTS-Geld zurück
Der finnische Kommunikationsminister, Kimmo Sasi, hat sich für die Rückzahlung aller 50,5 Milliarden Euro für UMTS-Lizenzen in Deutschland ausgesprochen.
In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Tageszeitung "Kaupalehti" kritisierte Sasi außerdem die Bereitstellung von Geldern aus Berlin für den angeschlagenen deutschen Telekonzern MobilCom und meinte, die Bundesregierung müsse Ähnliches auch gegenüber allen anderen Inhabern deutscher Lizenzen für das neue 3G-Telefunknetz leisten.
Industriepolitischer Fehler
Sasi begründete seinen Vorschlag damit, dass "die gesamte
Telekommunikationsbranche nur auf diese Weise wieder auf die Füße
kommen kann". Der konservative Politiker nannte die deutsche
UMTS-Auktion vor zwei Jahren den "größten industriepolitischen
Fehler seit dem Zweiten Weltkrieg".
Telefonica will geänderte UMTS-LizenzbedingungenDeutschland lehnt Rückzahlung ab
Das deutsche Finanzministerium hat die Forderung aus Helsinki nach Rückzahlung der UMTS-Milliarden an die Lizenznehmer mit Nachdruck zurückgewiesen.
"Das ist eine vollkommen unverständliche Forderung, die von einer gewissen Unkenntnis des Auktionsverfahrens zeugt", sagte ein Sprecher des Ministeriums.
Die UMTS-Lizenzen seien in einem geordneten Verfahren versteigert worden, das mit allen Beteiligten vorher abgesprochen gewesen sei. Es gebe keinen Grund für ihre Rückzahlung.
