Strasser macht das Internet sicher
Österreichs Unternehmen erwirtschaften mit dem E-Business nur zwischen ein und zwei Prozent des Gesamtumsatzes. Grund dafür ist das mangelnde Vertrauen in die Datensicherheit des Internets.
Unter der Devise "Mehr Sicherheit im Internet" wollen Innenministerium und Wirtschaftskammer Österreich [WKÖ] nun in einer Reihe gemeinsamer Initiativen die Rahmenbedingungen für die IT-Infrastruktur verbessern und das Vertrauen der Wirtschaft und Konsumenten in das E-Business stärken.
Mangelnde Rechts- und Datensicherheit
Laut einer von der WKÖ in Auftrag gegebenen Umfrage besitzen 97
Prozent der österreichischen Top-500-Unternehmen eine eigene
Homepage. Aber nur 29,6 Prozent verkaufen ihre Produkte und
Dienstleistungen bisher über das Internet. Vor allem mangelnde
Rechts- und Datensicherheit und eine unsichere Zahlungsabwicklung
wurden als Haupthemmnis für ein stärkeres Engagement der Unternehmen
im E-Business genannt.
WKÖArbeitsgruppe und "Telefit"-Roadshow
Als erste konkrete Maßnahme kündigten WKÖ-Präsident Christoph Leitl und Innenminister Ernst Strasser [ÖVP] bei einer Pressekonferenz die Gründung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe an.
Experten des Innenministeriums sowie aus der IT-Branche sollen dabei besonders für kleine und mittlere Betriebe interessante Firmenpakete zur Hebung der Datensicherheit ausarbeiten.
Im Frühjahr 2003 soll die "Telefit"-Roadshow quer durch Österreich starten, eine umfangreiche Info-Kampagne zur Aufklärung und Sensibilisierung über Fragen zum Datenschutz und zur Rechtssicherheit im Internet.
US-Regierung arbeitet an Sicherheitsmaßnahmen
Auch die US-Regierung arbeitet daran "die Sicherheit im Internet"
zu verbessern. Immer wieder verunsichert die Angst vor
"Cyber-Attacken" die amerikanische IT-Welt. Im Zuge der
Sicherheitsstrategie sollen Firmen, Behörden und jeder Einzelne, der
zu Hause mit seinem PC ins Netz geht, verpflichtet werden, mehr für
die Sicherheit des Internets zu tun.
"The National Strategy to Secure Cyberspace"Cyber-Kriminalität kein Kavaliersdelikt
Innenminister Strasser nannte den heute erfolgten "Startschuss für mehr Sicherheit im Netz" eine "gute Premiere". Cyber-Kriminalität sei kein Kavaliersdelikt, ein enger Schulterschluss von Wirtschaft und Sicherheitsministerium daher ein ganz wesentlicher Schritt.
Denn die Cyber-Kriminalität sei immer weiter am Steigen. Im Jahr 2002 habe es allein in den ersten drei Monaten genauso viele Schadensfälle gegeben wie im gesamten Jahr 2000.
Trotzdem seien in Österreich nur ein Bruchteil der Delikte bekannt, so der Innenminister. Kaum ein Unternehmer melde einen Schadensfall in Sachen Internet. "Vieles wird nicht angezeigt. Wir brauchen hier noch eine Bewusstseinsschärfung", sagte Strasser.
