Sowjetunion feiert Auferstehung
Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken [kurz: Sowjetunion] feiert ihre Wiederauferstehung - im Internet. Die dem zu seiner Zeit größten Staat der Erde zugeordnete ccTLD [Country Code Top Level Domain] SU wird wieder zur Registrierung neuer Domains geöffnet.
Ursprünglich war dieser Schritt bereits für den 1. Oktober 2001 angekündigt worden. Genau ein Jahr später soll es nun tatsächlich so weit sein.
Da das hinter dem Kürzel "SU" stehende Land bekanntlicher Weise nicht mehr existiert, wurde für derartige Domains der neue Begriff xccTLD [eX-Country Code TLD] vorgeschlagen.
Derzeit bestehen noch knapp 1300 SU-Zonen
Dass es überhaupt eine SU-Domain gibt, ist gar nicht so
selbstverständlich. Erst 1990, kurz vor dem Untergang des
diktatorisch geführten Riesenreiches, hatte die IANA die
Top-Level-Domain SU zugeteilt. Nachdem sie ursprünglich von der
Soviet Unix User's Group betreut worden war, übernahm 1993 das RIPN
[Russian Institute for Public Networks] die Verwaltung, stellte aber
bereits 1994 die öffentliche Neuvergabe von Adressen ein.
Die SU-Host-Statisik ab 1995Ein Jahr Verspätung
Aufgrund einer Vereinbarung mit dem RIPN kümmert sich jetzt die FID [Stiftung für Internet-Entwicklung] um die verwaiste "Endung".
Zu Beginn werden nur Besitzer von Markenrechten SU-Domains registrieren können. Ab Februar 2003 wird die Registrierung für jedermann möglich sein. Es besehen nur geringe explizite Beschränkungen.
So wird es etwa nicht gestattet sein, Buchstabenkombinationen unter .su zu registrieren, wenn diese bereits als TLDs in Verwendung sind. Nicht möglich werden also beispielsweise com.su, at.su, us.su, etc. sein.
Preis noch unklar
Preise für die Domains wurden bislang keine genannt. Die im
vergangenen Jahr hatten vorgesehen, im ersten Monat stattliche
15.000 USD netto pro Domain zu verlangen. Im zweiten Monat sollten
es 5.000 USD sein und nach einem halben Jahr, zu Beginn des
allgemeinen Vertriebs, immer noch 100 USD exklusive Steuern.
Die nicht aktuelle Pricing PolicyErlöse kommen Projekten zu Gute
Wie Konstantin Vinogradov, Direktor der FID, gegenüber der futureZone verlauten ließ, sollen die Details der Bestimmungen für Neuregistrierungen im Laufe des September auf der Site der FID veröffentlich werden.
Die entsprechenden Texte sollen neben Russisch auch in englischer Sprache angeboten werden.
Derzeit laufen Verhandlungen mit potenziellen Registrars um neue Verträge abzuschließen beziehungsweise alte Abkommen zu aktualisieren.
Die Einnahmen aus dem Domaingeschäft sollen der in Moskau beheimateten FID zu Gute kommen und für diverse Projekte Verwendung finden. Über die Verwendung der Mittel im Detail wird ein noch zu etablierendes Komitee entscheiden.
Die FID über sich selbst
