"Virtueller Freund" hilft Asthmatikern
Ein "virtueller Freund" soll jungen Asthma-Patienten helfen, ihre täglichen Inhalationen von Medikamenten nicht zu vergessen. Das neue System wurde von einem britischen Ärzteteam erfolgreich an Jugendlichen getestet.
Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörden ist die Zahl der schweren Asthmatiker im Alter von 13 bis 14 Jahren in Großbritannien am höchsten. Viele der jungen Patienten vergessen häufig auf die regelmäßige Einnahme der Medikamente.
Der Messenger namens "Max" versorgt die Jugendlichen mit allgemeinen Informationen, Klatsch, Sport und Horoskopen und erinnert dazwischen immer wieder an die Inhalation der Medizin.
Die ersten 30 Probanden, die durchschnittlich 16 Jahre alt waren, konnten sich mit dem virtuellen Helfer jedenfalls gut anfreunden. Nach Angaben eines Probanden verhinderte Max das Vergessen der Medikation. Die Studie wird auch im
British Medical Journal veröffentlicht.Ausdehnung auf andere Patienten
Der Studienleiter Andrew Tracy will das Messenger-System auch auf andere chronische Erkrankungen ausdehnen. Denkbar wäre ein solches System auch für Diabetiker oder HIV-Positive:
"Skeptiker haben anfangs Probleme damit gehabt, medizinische Angaben über ein virtuelles Messenger-System zu versenden", so Tracy.
Positiv steht die britische Asthma Campaign dem Projekt entgegen. Die hohe Rate an jugendlichen Asthma-Patienten wird häufig falsch diagnostiziert und ungenügend behandelt.
