11.09.2002

BÖRSEN

Bildquelle: AP

Kurze "Solidaritätshausse" zum 11. September

Am Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 haben die Anleger an der Frankfurter Börse Händlern zufolge neuen Mut gefasst und die Kurse nach oben getrieben.

Sogar "geradezu trotzig" [dpa] eröffnete der Handel in New York mehr als zwei Stunden später als gewohnt mit deutlichen Kursgewinnen. Händler sprachen von einer "Solidaritätshausse".

Die Stimmung auf dem Parkett der New Yorker Börse war auf jeden Fall zunächst positiv. Kaufaufträge "offensichtlich patriotischer Investoren" trieben die Kurse zum Auftakt des Geschäfts kräftig nach oben.

DAX steigt 2,58 Prozent

Der deutsche Aktienindex DAX stieg bis zum Handelschluss um 2,58 Prozent auf 3.584 Punkte. Am Neuen Markt legte der Auswahlindex Nemax500 1,43 Prozent auf 450 Zähler zu.

In den USA deuteten die Futures für die Aktienmärkte eine freundliche Eröffnung am Jahrestag des 11. September an. Wegen der Gedenkveranstaltungen in New York haben die Märkte um 17.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit eröffnet.

Die US-Technologiebörse Nasdaq hat in der ersten Handelsstunde gleich zwei Prozent zugelegt - ein starker Kontrast zu den Börsenereignissen vor einem Jahr.

Im Handelsverlauf verloren die New Yorker Börsen ihre Gewinne allerdings wieder. Der Dow-Jones-Index schloss mit einem moderaten Verlust von 0,25 Prozent, der Nasdaq mit minus 0,35 Prozent.

Konjunkturprobleme bleiben

Ab Donnerstag werde sich das Geschehen an den Märkten aber wieder auf die Möglichkeit eines neuen Irak-Kriegs sowie auf konjunkturelle Indikatoren konzentrieren. Mit Spannung erwarten Börsianer die Reden des US-Präsidenten George W. Bush zur Irak-Politik sowie des US-Notenbankpräsidenten Alan Greenspan zur konjunkturellen Lage.

Befürchtungen nicht erfüllt

Die Börsen seien in den vergangenen Wochen wegen der Furcht vor weiteren Attacken stark gefallen und hätten dementsprechend nun weiteres Erholungspotenzial, sagten Börsianer. Fundamental gebe es aber keine Neuigkeiten.

"Ob die Erholung also längerfristig weitergeht, ist die Frage, schließlich bleiben die Probleme auch nach dem 11. September", fügte Aktienhändler Empting mit Blick auf die weltweit schwache Konjunktur und die Diskussion um einen möglichen Irak-Krieg hinzu.