Absage aus Australien an Europa
Die größte australische Telefongesellschaft, Telstra, plant die Einführung des US-Mobilfunkstandards CDMA 2000.
Der von Europäern dominierte Standard W-CDMA für UMTS-Netze [Universal Mobile Telecommunications System] basiert ebenfalls auf Code Division Multiple Access. W-CDMA ist aber mit allen und den kommenden Varianten von CDMA 2000 nur sehr begrenzt kompatibel.
Wie David Thodey, Mobilfunkchef des Unternehmens, auf einer Analystenkonferenz in Hongkong bekannt gab, habe Telstra bereits mit der Prüfung des Standards der dritten Generation begonnen. Sowohl in den USA wie in Australien ist "UMTS" [eine Trademark des European Standards Institute] überhaupt kein gebräuchlicher Begriff, die allgemeine Bezeichnung heißt "3G".
Siemens und Nokia hofften auf UMTS
Telstra begräbt damit vorerst die Hoffnungen der Europäer auf
einen australischen Zukunftsmarkt für die UMTS-Technologie. Bisher
hatten vor allem Siemens und Nokia auf ein Netz nach deutschem
Vorbild gehofft, berichtet der Nachrichtendienst ddp.
CDMA 2000Kostenvorteile und Erfahrungswerte
Als Grund für die Entscheidung nannte Thodey zum einen die Kostenvorteile, die CDMA 2000 in den USA gezeigt hätte, zum anderen seien für ihn - auf Grund der ähnlichen Topologie zu Australien - die Erfahrungen mit dem Standard in China von Bedeutung.
CDMA 2000 ist in den USA bereits als flächendeckendes Mobilfunknetz der dritten Generation installiert. Es arbeitet auf den bestehenden Frequenzen der zweiten Generation und kommt daher mit geringeren Investitionen aus. In der gegenwärtigen Form ist das Netz jedoch wesentlich langsamer als der geplante UMTS-Mobilfunk in Europa.
WCDMA bringt mehr Speed
Erst die Umstellung auf WCDMA, die in einigen Jahren erfolgen soll, wird voraussichtlich theoretische Übertragungsraten von bis zu fünf Megabit pro Sekunde ermöglichen. Der in Europa genutzte WCDMA-Standard soll im Vollausbau Maximalwerte von bis zu zwei Megabit erreichen können.
