Neuer Linux-Videorecorder von Sony
Ein neues Sony-Produkt dürfte viele Herzen höher schlagen lassen: Der CSV-E77 ist ein mit einem Linux-Betriebssystem ausgestatteter digitaler Videorecorder, der auch über einen Netzwerkanschluss verfügt.
Die Festplatte fasst 160 GB [Rotationsgeschwindigkeit 5.400 u/min]. Dank einem Erweiterungsschacht kann eine zweite Festplatte eingebaut werden.
Der Verkaufsstart in Japan ist, rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft, der 1. November. Allerdings dürfte der Preis so manche geflügelte Jahresendfigur vom Kauf vorerst Abstand nehmen lassen: Umgerechnet mehr als 1.100 Euro beträgt der japanische Preis.
Das im Mai präsentierte Vorgängermodell CSV-S55 hat nur ein analoges 56K-Modem, eine halb so große Festplatte und angeblich ein weniger gutes User-Interface.
Die Mitteilung über den CSV-E77 [Japanisch]COnnected COmmunity On Network
Sony arbeitet an der Entwicklung einer ganzen Reihe von Produkten, die rund um die Uhr online sein sollen. Diese werden allesamt unter der "CoCoon"-Brand vertrieben werden, wobei diese Wortkombination für "COnnected COmmunity On Network" steht.
Konkret wird derzeit an einem kombinierten DVD&Festplatten-Videorecorder gearbeitet, sowie an einer Art Musikserver. Prototypen dieser Geräte werden möglicherweise schon bei der "Sony Dream World 2002" Mitte September in Yokohama gezeigt werden.
Von dem jetzt vorgestellten CSV-E77 [Gewicht rund 6,5 kg] plant Sony jedenfalls rund 5.000 bis 6.000 Stück monatlich abzusetzen
MPEG-2
Als Komprimierungsstandard nutzt das Gerät MPEG-2. Mit der
160-GB-Festplatte sollen im "EP"-Modus 100 Stunden aufgezeichnet
werden können. Ist bessere Bildqualität gewünscht, kann man 50
["SP"] oder 35 Stunden ["HQ"]auf die Speichereinheit bannen.
Die Movie Pictures Expert GroupFernsteuerung in neuer Dimension
Ein Kernelement des neuen Geräts, das mit einer 350-MHz-MIPS-CPU betrieben wird, ist die Möglichkeit, es über das Internet zu programmieren. Dies ermöglicht der eingebaute Netzwerkanschluss [10Base-T].
Zur erhöhten Wohnzimmertauglichkeit hat Sony bei der Konstruktion großen Wert darauf gelegt, dass der Recorder möglichst wenig Lärm produziert. Zwar wurde ein Ventilator eingebaut, dieser soll jedoch nur dann in Betrieb gehen, wenn es ungewöhnlich heiß oder eine zweite Festplatte eingebaut ist.
Ansonsten wird die Geräuschentwicklung mit 20 dB[A] angegeben, was in etwa "raschelnden Blättern" entspricht
Lizenz zum Fernsehen
Sony hat mitgeteilt, sich strikt an die GPL [General Public
License] von Linux halten und weiter die Community unterstützen zu
wollen. Wichtige Teile der verwendeten Software würden offen gelegt
werden.
GPL am Beispiel von GNU
