09.09.2002

ICN

Bildquelle: Siemens

Siemens-Lieferanten sollen Preise senken

Der Versuch der angeschlagenen Siemens-Netzwerksparte ICN, ihre Lieferanten zu Preisreduzierungen zu bewegen, beschäftigt nun auch das deutsche Bundeskartellamt.

"Wir haben eine Beschwerde bekommen", sagte eine Sprecherin der Bonner Behörde am Montag und bestätigte damit einen Vorabbericht der "Verkehrsrundschau". Urheber der Beschwerde sei der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung.

Preissenkung um 15 Prozent

Siemens ICN hatte nach eigenen Angaben Mitte August Briefe an knapp 200 seiner wichtigsten Lieferanten verschickt und diese aufgefordert, sämtliche Möglichkeiten zur Kostensenkung auszuschöpfen und sie an die Sparte weiterzugeben.

Von den Geschäftspartnern wurde dabei ein Absenken der Einstandspreise um durchschnittlich mindestens 15 Prozent verlangt. Zudem sollten die Zahlungsfristen auf 90 von derzeit 30 Tage verlängert werden.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2001/02 [zum 30. September] hatte die mit der schwachen Nachfrage nach Telekom-Infrastruktur kämpfende Sparte ICN einen operativen Verlust von 366 Millionen Euro verbucht. Der Konzern hatte zuletzt bestätigt, den Abbau von weiteren 4.000 Stellen in der Sparte zu erwägen.