10.09.2002

SPIEL & KRITIK

Bildquelle: Codemasters

Relativ realistische Raserei

Die Entwickler von "Colin McRae Rally" lassen von sich hören: Codemasters hat mit "DTM Race Driver" ein Rennspiel herausgebracht, das viele Tuningmöglichkeiten zulässt, dabei den Spaß am Fahren aber nicht außer Acht lässt.

In Sachen Gameplay wird einiges geboten, grafisch ist das Spiel allerdings kein Meilenstein. Getestet wurde auf PS2, die PC-Version kommt demnächst, Xbox- und GameCube-Version sind in Vorbereitung.

In der Rolle von Ryan McKane

Unüblich für das Genre hat Race Driver [RD] auch eine Geschichte zu erzählen, und zwar die des Ryan McKane. Der Spieler übernimmt die Rolle von McKane, der aus dem Schatten seines toten Vaters und seines bereits erfolgreichen Bruders treten will. Sein Ziel: die Weltmeisterschaft.

Um Erfolg zu haben, müssen die Autos den Strecken aber erst angepasst werden. Dabei können u. a. Federung, Andruck, Stabilisator und Bremskraft eingestellt werden.

Einmal auf der Strecke, heißt es dann: Wer bremst, verliert.

Ungewohnte Menüführung

Ebenfalls ungewohnt ist die Menüführung des Spiels: Aus verschiedenen Räumen können die Menüpunkte angewählt werden. Die Optionen verstecken sich in einem Registerkasten, Teamwahl und Korrespondenzabwicklung erfolgen zeitgemäß über PC, und im Nebenraum sind Multiplayer, Zeitfahren und freies Rennen anwählbar.

Ohne Reifen geht níchts mehr

Das Schadensmodell ist dank FEM-Engine [Finite Element Modeling] zwar realistisch, wirkt sich aber nicht sehr nachhaltig auf das Fahrverhalten aus. Ist der Reifen allerdings "abgefahren" endet die Fahrt unweigerlich im Schotter. Die Autos sind, abgesehen davon, unzerstörbar, sieht man von zerbrochenen Scheiben und fliegenden Kotflügeln einmal ab.

Umso realistischer ist das Fahrverhalten: Jedes Auto hat sein spezifisches Handling, die Unterschiede im Antrieb können gut ausgemacht werden. Auch die Einstellungen aus der Box wirken sich maßgeblich aus.

Die Grafik in RD ist angemessen und unauffällig. Mit 50 fps [Frames per Second] ist sie zwar flüssig, dank fehlendem Anti-Aliasing aber kantig. Der Pop-up-Effekt ist nur dem Beobachter ein Dorn im Auge, der Spieler muss seine Augen auf die Strecke haben, um nicht vom Kurs abzukommen.

Der Sound ist dafür sprichwörtlich ohrenbetäubend: Wenn 14 Wagen gleichzeitig in Dolby Surround Gas geben, kommt schon Rennfeeling auf. Die Soundeffekte sind platziert, und die Geräusche der Motoren wurden von echten Wagen aufgenommen.

Gute Kontrolle mittels PS2-Controller

Die KI ist abwechslungsreich und gefinkelt, aber ausbremsbar. Manche Manöver werden allerdings mitunter schon auf der Strecke geahndet, spätestens aber in der Box kommt der Gegner und beschwert sich.

Auf der PS2 ist die Lenkbarkeit der Wagen mittels Controller punktgenau, optional können Logitech-Lenkräder verwendet werden. Auch der Totpunkt der Lenkung kann bei Bedarf manuell eingestellt werden.