Echte Stadien für "Cyber-Athleten"
Der Gründer und Präsident der amerikanischen Cyberathlete Professional League [CPL], Angel Munoz, hat in einem Interview mit neuen Plänen aufhorchen lassen. Er will in Dallas die erste eigene Sportarena für Turniere seiner Liga errichten.
Im Gespräch mit "The Adrenalive Vault", einem auf Game-News spezialisierten Online-Magazin, verriet er erste Details. Auf dem "Spielfeld" soll Platz für 3.000 bis 5.000 Spieler und ihre Computer sein.
Teilnehmer müssen in der Regel ihre eigenen Computer mitbringen, das Netzwerk inklusive Router und Switches sowie eine breitbandige Internet-Anbindung würden vor Ort zur Verfügung gestellt. Natürlich soll es auch Zuschauerränge und Verkaufsstände geben.
Online-Games als echter Sport
Manche Teams sind bereits auf dem Weg, ihren Sport zu
professionalisieren. Mangels öffentlicher Förderung greifen sie
dabei vor allem auf zwei Finanzquellen zurück: Sponsoren und
Preisgelder.
Regelmäßig Live-Übertragungen im RadioTechnik steht nicht im Vordergrund
Bei der Entscheidung, eigene Sportstätten zu errichten, seien allerdings nicht technische Gründe im Vordergrund gestanden. Der Aufbau vor Turnieren könne durch Mitarbeiter und Freiwillige in der Regel binnen zwölf Stunden absolviert werden.
Viel mehr Zeit nehmen jedoch die Vorbereitungen in Anspruch. Planungen, behördliche Genehmigungen, Feuerschutzüberprüfungen, Versicherungsverhandlungen, Arbeitsverträge, Verwaltung und Transport von Hardware sowie natürlich das Auftreiben des jeweiligen Veranstaltungsortes selbst würden auf Dauer so viel Arbeit verursachen, dass man eigene Stadien inzwischen für notwendig erachte.
Außerdem könne man so öfter größere Events veranstalten, hofft Munoz.
Bedarf ist gegeben
Dass durchaus Nachfrage nach größeren Veranstaltungen besteht,
bewies die bereits im November 2000 ausgetragene "Gateway Country
Challenge". Gemeinsam mit dem PC-Händler hatte die CPL ein Turnier
in 320 Gateway-Geschäften in Nordamerika ausgetragen. An diesem
Event, das nach wie vor den Rekord als größtes Online-Turnier hält,
hatten über 10.000 Spieler teilgenommen.
Die CPLSponsoren sind kooperativ
Der CPL-Gründer bezeichnete die Reaktion der Sponsoren auf die Pläne als "sehr unterstützend", hätten sie doch alle die Beschränkungen der bislang genutzten Veranstaltungsorte selbst miterlebt.
Ursprünglich hatte man gehofft, mit der Umsetzung der Pläne bereits 2003 beginnen zu können. Doch ist derzeit noch nicht ganz klar, ob dieser Zeitplan gehalten werden kann.
WM in Korea, Quali in St. Pölten
Ende August kämpften in St. Pölten insgesamt 300
World-Cyber-Games-Qualifikanten und 800 LAN-Party-Teilnehmer aus
Österreich, Deutschland, Tschechien, Schweden und anderen Ländern
Europas in den verschiedenen Disziplinen um Spitzenplatzierungen.
Noch scheinen die PC-Spiele eine Männerdomäne zu sein, doch in St.
Pölten traten immerhin auch 15 weibliche Spiele-Cracks verschiedener
Clans an.
Wer AT bei der WM in Korea vertrittRekord-Preisgelder
Heuer noch will die CPL die 100.000-USD-Marke bei den Preisgeldern eines einzelnen Turniers durchbrechen. Beim "CPL Pentium 4 Processor Winter 2002 Event" soll es so weit sein.
Nächstes Jahr aber, bei "CPL's Counter-Strike Summer 2003 Tournament" [30. Juli bis 4. August in Dallas], sollen gar 200.000 USD ausgespielt werden, davon allein 70.000 USD für den Sieger.
Dies stellt einen neuen Rekordwert im E-Sport-Bereich dar.
Europa
Etwas kleiner muss es derweil noch die CPL Europe geben. Beim
Anfang Oktober in Oslo stattfindenden Turnier, wo insgesamt 80 Teams
in den Disziplinen Quake III und Counter-Strike gegeneinander
antreten werden, gibt es 15.000 Euro zu gewinnen.
CPL Europe
