Ein Test heimischer GPRS-Anbieter
Das Magazin "output" hat im August die heimischen GPRS-Anbieter einem Test unterzogen.
Theoretisch beträgt die Höchstgeschwindigkeit für GPRS bis zu 171,2 Kb/s. Diese Geschwindigkeit wird in der Praxis jedoch nicht erreicht. Hier hängt die Übertragungsgeschwindigkeit von GPRS von mehreren Faktoren ab. Da sich GPRS die Bandbreite mit GSM teilt, korreliert die Datenübertragungsrate mit der Belastung des Mobilfunknetzes.
Auch der allgemeine Ausbau des Netzes wirkt sich aus - zum Beispiel wie weit der Sender entfernt steht und mit welchem Traffic die Funkzelle belastet ist. Keine gravierenden Unterschiede waren angeblich bei der Einwahlgeschwindigkeit festzustellen. Sie betrug bei allen Anbietern zwischen zehn und 20 Sekunden.
Die Redaktion hat nach eigenen Angaben über vier Tage [vom 6.8. bis 9.8.2002] die Tests durchgeführt. Als Bewertung diente die Einwahlgeschwindigkeit, das Laden der Seite Der "NYT" sowie der Download von PDF-Files. Bei den PDFs wurde das Top-75-Ranking von "Output" mit einer Größe von 163 KB gewählt, sowie der Geschäftsbericht der OMV AG mit 2,1 MB. Ein Testdurchgang mit allen vier Anbietern erfolgte jeweils in einem Zeitfenster von einer Stunde. Die Einstellungen des Internet-Explorers wurden nach jedem Provider wieder auf Null gesetzt. Das heißt, der Verlauf und die Temporary Internet Files plus die Offline-Inhalte wurden gelöscht.
T-Mobile vorne
Beim Laden der "NYT"-Seite hatte bei allen Testdurchgängen T-Mobile mit seinem "GPRSpeed-Plus-Package" die Nase weit vorne. Teilweise betrug der Unterschied zur Konkurrenz ganze 60 Sekunden.
Der Download der Output-Top-75 war bei telering und T-Mobile rasch erledigt. Bei One dauerte es schon etwas länger: 50 Sekunden für die 163 KB. Das Schlusslicht bildete die Mobilkom: Ganze eineinhalb Minuten musste sich der Tester hier auf das pdf gedulden.
Obwohl nach der aktuellen Untersuchung des Austrian Internet Monitor [AIM] bereits jeder fünfte Österreicher über 14 ein datentaugliches Handy sein eigen nennt, wird diese Basis für Datendienste kaum benützt.
Mobile Datendienste kaum genutztMobilkom hinten
Nicht besser erging es dem Marktführer beim Geschäftsbericht der OMV: "Fast zwölf Minuten Download-Zeit bemüßigten unseren Tester eine ausgedehnte Kaffeepause einzulegen", schreibt das Magazin.
Gar kein Geschäftsbericht kam bei One zustande: Schon nach kurzer Zeit riss die Verbindung während des Downloads ab. T-Mobile erwies sich mit rund dreieinhalb Minuten für 2,1 MB auch hier als Spitzenreiter.
Überraschend allerdings das Ergebnis von telering: Der Marktzwerg belegte mit rund fünf Minuten den sicheren zweiten Platz.
Zuverlässlichkeit
Allerdings musste der Tester beim kleinsten Handy-Provider Österreichs während der Durchlaufphase zwei komplette Arbeitstage Stillstand in Kauf nehmen: Der GPRS-Dienst war am 7. und 8.8. tagsüber nicht erreichbar. Laut Call Center waren Wartungsarbeiten am Server für den Ausfall verantwortlich. Auch bei One wurde die Verbindung öfter unterbrochen. Die großen Zwei, T-Mobile und Mobilkom, waren hingegen stets zu 100 Prozent verfügbar.
