08.09.2002

MATRIX-FORUM

Bildquelle: Sch.M.

Software wickelt Kündigungen ab

"Ich schaltete meinen Computer ein und merkte plötzlich, dass meine Kennung gesperrt war", erzählt Eliza. Die 23-jährige Computerexpertin aus Manhattan ist seit drei Wochen arbeitslos. Das machte ihr aber weniger zu schaffen, als die Art und Weise, wie ihre Kündigung vollzogen wurde. "Mein Manager hat vorher nicht einmal mit mir gesprochen."

Attitüden wie diese sind ganz und gar nicht im Sinne von Izhar Shay. Auch für ihn ist ein persönliches Vorgespräch mit betroffenen Mitarbeitern nach wie vor eine moralische Voraussetzung. Dennoch weiss niemand besser als er, wie entpersonalisiert und schnell sich alles weitere per Computer abwickeln lässt.

Seine Firma Business Layers, mit Hauptsitz im US-Bundesstaat New Jersey, ist nämlich der Hersteller von "eProvision", der Software mit der Entlassungen komplett automatisiert werden können.

Mehr als ein "Blauer Brief"

Die vollautomatisierte Kündigung soll vor allem dazu beitragen, dass Unternehmen keine eventuellen Racheakte von ihren ehemaligen Mitarbeitern zu befürchten haben.

"Aufstrebendes Unternehmen"

Noch schreibt Business Layer keine schwarzen Zahlen, doch die Chancen, dass das bis Jahresende der Fall ist, stehen gut. Das Magazin Computerworld etwa hat Business Layers, wegen seiner jährlichen Wachstumsrate von 80 Prozent, bereits in die Top 100 "der aufstrebenden Unternehmen" für 2002 aufgenommen.

Für die junge Firma spricht ausserdem der renommierte Kundenstab: 25 große US-Konzerne, darunter der Ölriese Chevron Texaco und die Beraterfirma Ernest & Young, sind bereits mit eProvision ausgestattet.

Und Business Layers peilt nun auch den europäischen Markt an. Mitte Juni wurde hier die eProvision-Software offiziell vorgestellt.

Heute 22:30 im Ö1-Magazin matrix

Weiters hören Sie in matrix "Eine kleine Geschichte der Speichermedien", erzählt von Gene Franklin, emeritierter Stanford Professor. Seine Studenten waren für die Weiterentwicklung der Speichermedien von analog auf digital verantwortlich. Über das Speichermedium der Gegenwart, die Leer-CD geht es im Interview mit Oliver Kastl, dem Entwickler des Programms Clone CD und Mitbegründer der Firma Elaborate Bytes. Mit Clone CD lassen sich auch kopiergeschützte Cds vervielfältigen. Die neue EU-Urheberrechtsrichtlinie hat die Firma bereits dazu veranlasst, Firmensitz und Server von Deutschland in die Schweiz zu transferieren.