Gutachten um überhöhte Telefonrechnung
In den Streit um überhöhte Telefonrechnungen der Deutschen Telekom [DT] schaltet sich jetzt nach Informationen der "Welt am Sonntag" auch das deutsche Bundesministerium für Verbraucherschutz ein.
Das Ministerium wolle im Zuge einer Sachkundeprüfung ein Gutachten der Telefonkundengemeinschaft Communitel über angebliche Falschabrechnungen genau untersuchen, berichtet das Blatt. Die DT erwirkte demnach eine einstweilige Verfügung gegen das Gutachten.
Treffen auf Fachebene
Wie die Zeitung weiter erfuhr, hat zu diesem Fall vor wenigen
Tagen ein Treffen auf Fachebene zwischen Vertretern der DT und des
Verbraucherschutzministeriums stattgefunden.
Deutsche TelekomTelefonrechnungen wahrscheinlich 20% zu hoch
Ein Gutachter für Communitel hatte vor einigen Wochen den Verdacht gegen die DT bestätigt und in der Presse gesagt: "Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist jede Telefonrechnung in Deutschland um 20 Prozent zu hoch." Er hatte im Auftrag von Communitel rund 100 Millionen Rechnungsdaten überprüft. Mit dem Fall befasst sich auch die Bonner Staatsanwaltschaft.
Communitel wirft der Telekom vor, seit Jahren über Abrechungsfehler zu Lasten der Telefonkundengemeinschaft Bescheid zu wissen, diese aber zu ignorieren.
100 Millionen Datensätze
Communitel verwaltet als Einkaufsgemeinschaft nach eigenen Angaben 15.000 Telefonanschlüsse bei Hotelketten, Verbänden, Krankenhäusern und anderen Unternehmen. Dem Unternehmen zufolge ergab eine Untersuchung von 100 Millionen Datensätzen aus den Jahren 1999 bis 2001 Rechnungsfehler zu Lasten von Telekom-Kunden "in Höhe von zig Millionen Mark".
