Sampo angeblich neuer Grundig-Investor
Der asiatische Haushaltsgeräte- und Elektronik-Hersteller Sampo soll Medienberichten zufolge den defizitären Nürnberger Elektronikkonzern Grundig in eine neue Zukunft führen.
Das asiatische Unternehmen wolle sich damit den Zugang zum Absatzmarkt Deutschland verschaffen, berichteten die "Nürnberger Nachrichten" und die "Süddeutsche Zeitung". In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wurde hingegen der weltgrößte türkische Fernsehgeräte-Hersteller Beko als potenzieller Grundig-Partner gehandelt.
Grundig-Sprecher Holm Kilbert lehnte unterdessen jeden Kommentar zu den "Spekulationen" ab. "Wir sind am Beginn einer vertrauensvollen Zusammenarbeit. Und da muss man sich als absolut vertrauensvoller Partner erweisen", unterstrich der Sprecher. Grundig hatte am Vortag lediglich mitgeteilt, man habe mit einem "strategischen Partner im asiatischen Raum" eine vorläufige Übereinkunft über die Einstiegs-Absicht des Unternehmens unterzeichnet.
Situation "überdramatisiert"
Der in den vergangenen Tagen entstandene Eindruck von einer drohenden Insolvenz von Grundig ist laut Unternehmensangaben auch "überdramatisiert".
Es seien lediglich die von vorneherein bis Ende August befristeten Kreditlinien ausgelaufen. Da sich die Vereinbarung mit dem asiatischen Investor verzögert habe, sei lediglich ein "kleines Time- Lag" entstanden, sagte der Sprecher.
Das in Europa weitgehend unbekannte Unternehmen Sampo ist nach eigenen Angaben Taiwans größter Elektronik-Konzern. Sein Produkt-Sortiment fußt auf drei Säulen: der Herstellung von Haushaltsgeräten, von Unterhaltungselektronik und von Elektronik- Komponenten. Laut der online veröffentlichten Bilanz hat das Unternehmen im Jahr 2000 einen Umsatz von umgerechnet mehr als 420 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Gewinn vor Steuern hatte im selben Jahr bei umgerechnet 62,3 Millionen Euro gelegen. Anders als die meisten japanischen Elektronik-Konzerne fehlt Sampo ein Vertriebsnetz in Europa.
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