06.09.2002

US-EXPORT LAHM

Bildquelle: Photodisc

IT-Krise nicht ausgestanden

Der größte Verband des amerikanischen High-Tech-Handels, die American Electronics Association [AeA], hat am Donnerstag [Ortszeit] ausgesprochen schlechte Export-Resultate aus dem ersten Halbjahr präsentiert.

Demnach sind die Ausfuhren von High-Tech aus den USA im Vergleich zur Vorjahresperiode um ganze 20 Prozent gefallen. Statt Erzeugnisse im Wert von rund 103 Milliarden USD im ersten Halbjahr 2001 wurden heuer von Jänner bis Juni nur noch etwa 82 Milliarden USD registriert.

Dies ist ein deutliches Anzeichen für den langsamer laufenden Motor der Weltwirtschaft und insbesondere für die negative Stimmung in der Technologiebranche.

EU- und Japan-Exporte noch schlechter

Besonders schlecht entwickelten sich die Exporte in den gewichtigen EU-Raum. Ein Rückgang von rund 25 auf knapp 18 Milliarden USD entspricht einem Minus von 27 Prozent.

Bei den Ausfuhren nach Japan wurde ein Absinken um 29 Prozent vermerkt.

AeA-Vizepräsident Tim Bennett versteht die Daten als Bestätigung dafür, dass die USA die einzige verbliebene Lokomotive für die Weltwirtschaft seien: "Japan bringt es nicht mehr, die EU hat es nicht geschafft, und China ist noch eine Dekade davon entfernt, diese Rolle spielen zu können."

Exporte führen zu Importen

Aus den Zahlen lässt sich nicht direkt ableiten, wie viele andere Länder nun tatsächlich von US-Technologieunternehmen kaufen. Viele exportierte Erzeugnisse werden im Ausland in Produkte eingebaut, die anschließend [wieder] in die USA importiert werden.

Beispielsweise weist die Statistik einen Anstieg von 78 Prozent bei den Exporten nach Costa Rica aus. Dieses Ergebnis ist darauf zurückzuführen, dass einige US-Unternehmen wie zum Beispiel Intel in Costa Rica Produktionsstätten errichtet haben.

Die besondere Wirtschaftskrise in Argentinien führte zu einem Rückgang der Ausfuhren in dieses Land um 84 Prozent.

High-Tech-Waren im Wert von gerade noch 114 Millionen USD fanden im ersten Halbjahr ihren Weg aus den USA in den 37-Millionen-Einwohner-Staat ¿ und damit deutlich weniger als beispielsweise nach Neuseeland [nach einem Minus von 29 Prozent noch 125 Mio USD bei 3,8 Mio Einwohnern].