Segway

Neue Steuerung für Segways

14.08.2006

Lehnen statt lenken - das ist die große Innovation bei den neuen Modellen des High-Tech-Elektrorollers Segway. Die Geräte können jetzt via Gewichtsverlagerung nach links oder rechts gesteuert werden, sie haben eine Fernbedienung, und es gibt einen neuen "Gelände-Segway".

Die Segway-Roller waren bereits bisher für ihre ausgeklügelte Balance-Technologie bekannt. Durch simples Vor- und Zurücklehnen regelte man die Geschwindigkeit.

Jetzt wurde das System um eine Achse erweitert: Um sich in eine Richtung zu bewegen, bedient man nicht mehr wie bisher die Lenkstange, sondern lehnt sich einfach dorthin. Gleichgewichtssensoren sorgen wie bei den alten Geräten dafür, dass der Fahrer in Balance bleibt.

"Erweiterung des Körpers"

"Manche Leute meinen, es sei so ähnlich wie Skifahren", erklärt Segways Technikchef Doug Field die neue, "LeanSteer" getaufte Technologie. Durch das Update solle der Segway "tatsächlich eine Erweiterung des Körpers" werden, so Field.

Den Lernprozess bei der Bedienung eines Segways zu verkürzen, ist eines der Hauptziele des Unternehmens, da sich vor allem in Firmen oft mehrere Fahrer eines der teuren Vehikel teilen.

Zu den prominenten Segway-"Opfern" zählt etwa US-Präsident George W. Bush, der beim Ausprobieren des High-Tech-Gefährts vor drei Jahren unelegant vom Roller fiel.

Fernbedienung und Alarmfunktion

Die zweite große Neuerung ist eine kabellose Fernbedienung namens InfoKey mit vier Knöpfen und einem LCD-Schirm.

Das Gerät in der Größe einer Digitalarmbanduhr dient zum Starten des Segways, zeigt aber auch Informationen wie die Fahrtgeschwindigkeit und den Batteriestatus an. Außerdem erkennen die neuen Modelle, wenn ein unautorisierter Benutzer auf einen geparkten Segway steigt, und lösen Alarm aus.

Fürs Gelände und Straßen

Die neue Segway-Generation wird in zwei Varianten ausgeliefert. Der i2 ist als Straßenmodell gedacht und kann rund 39 Kilometer pro Batterieladung zurücklegen.

Das Geländemodell x2 schafft nur die Hälfte, bewältigt dafür aber unbefestigte Wege, Schotter, Sand und Gras.

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt bei beiden Modellen 20 Kilometer pro Stunde. In den USA sind die neuen Roller ab 4.995 Dollar [3.910 Euro] erhältlich.

Bisher keine "Revolution"

Als der High-Tech-Roller 2001 nach monatelanger Geheimnistuerei der Öffentlichkeit präsentiert wurde, war der Hype groß. Doch die lautstark verkündete Prophezeiung, der Segway würde den Personenverkehr für immer verändern, ist so bisher nicht eingetreten - ebensowenig wie die Vision seines Erfinders Dean Kamen, die "Art, wie Städte funktionieren", würde revolutionert werden.

Die ausgeklügelte Technologie und die einfache Bedienung sorgen nach wie vor für Staunen, doch vor allem der hohe Preis dürfte viele potenzielle Käufer abgeschreckt haben. Zum alltäglichen Anblick auf Radwegen und Straßen wurden die Geräte bisher jedenfalls nicht.

Beliebt bei der Polizei

Zu den tatsächlichen Benützern gehören vor allem Firmenmitarbeiter, die im Arbeitsalltag lange Strecken zurücklegen müssen, Sicherheitsbeamte und Polizisten. Die neuen Geräte sollen sogar in speziellen Polizeiausführungen erhältlich sein.

Zudem hat der Segway den nicht unbedingt schmeichelhaften Ruf, das ultimative Techno-Spielzeug für wohlhabende Nerds zu sein. Cnet kürte jüngst etwa die neue "Sportart" Segway-Polo zur schlimmsten neuen Technologie des zweiten Quartals 2006.

"Zehntausende" Roller verkauft

Wie Segway wirtschaftlich dasteht, wird von dem Privatunternehmen geheim gehalten. Im Mai ließ sich Firmenchef James Norrod nur entlocken, dass man schon "zehntausende" Segways weltweit verkauft habe und dass der Umsatz jährlich um mindestens 50 Prozent zunehme.

(futurezone | AP | Reuters)