SAP mit Rekord-Deal und gutem Ratschlag
SAP hat mit dem deutschen Technologiekonzern Siemens ein Rekord-Geschäft in der Sparte Unternehmens-Portal abgeschlossen.
Am Rande der "Sapphire"-Konferenz in Lissabon sagte ein Sprecher von SAP, der Vereinbarung zufolge bekämen alle 440.000 Siemens-Mitarbeiter die "Unternehmens-Portal-Software" zur Verfügung gestellt.
Finanzielle Details über das Geschäft wurden zunächst nicht genannt. Allerdings hat die Übereinkunft eine historische Dimension, da nach SAP-Angaben bislang noch nie so viele Nutzer in eine einzige Lizenz-Vereinbarung einbezogen gewesen sind.
Unternehmens-Portal-Lösung von SAPBitte keine Schadenfreude
Die unsicheren Konjunkturaussichten lassen unterdessen nach Ansicht von SAP-Chef Henning Kagermann viele Unternehmen in eine Falle übertriebener Sparbemühungen laufen:
"Das Wirtschaftsumfeld kann weniger denn je vorhergesagt werden", sagte der Ko-Vorstandsvorsitzende am Mittwoch. Auch wenn es sinnvoll sei, sich wieder auf konservative Geschäftspraktiken und Werte zu besinnen, dürften jedoch sinnvolle Investitionen nicht unnötig verzögert werden.
Kagermann warnte auch vor Schadenfreude über die wirtschaftlich gescheiterte "New Economy". Die Entscheider sollten berücksichtigen, dass sich die informationszentrierte Wirtschaft trotz der Schwierigkeiten der Internet-Ökonomie durchgesetzt habe.
Kagermann verglich die aktuelle Situation mit dem Beginn des Industriezeitalters, als neue Energie-Erzeugungsmethoden erste industrielle Produktionsabläufe ermöglichten. "Heute geht es um die Menschen im Unternehmen, um Produktions-Know-how und Patente sowie um Beziehungen zu den Kunden, die zusammen ein intelligentes Business ergeben."
CEO-Segeltörn empört
An der Sapphire nehmen in diesem Jahr rund 6.000 SAP-Kunden und Lieferanten aus dem SAP-Umfeld teil.
Am Donnerstag wird SAP-Mitbegründer Hasso Plattner für eine Rede nach Lissabon kommen und dafür seine Teilnahme an dem Segelwettbewerb "Maxi Yacht Rolex Cup" vor Sardinien unterbrechen.
Plattners Segeltörn parallel zur wichtigsten europäischen SAP-Kundenveranstaltung hat innerhalb des Softwarekonzerns bei einigen Mitarbeitern Unverständnis hervorgerufen, zumal Plattner zuvor betont hatte, wie ernst die Lage für die gesamte Software-Branche und die SAP AG sei.
