04.09.2002

SICHER

DNA-Etiketten gegen Produktpiraterie

Das Erlanger Biotech-Unternehmen november AG hat eine neue Lösung gegen Produktpiraterie entwickelt.

DNA-Etiketten sollen zunächst den Weg von Medikamenten vom Hersteller über die diversen Distributionskanäle bis hin zum Patienten lückenlos dokumentieren.

Der weltweit tätige Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb ist der erste Auftraggeber für das Sicherheitssystem zur Abwehr von Imitationen und Fälschungen. In einem Feldversuch soll die eindeutige Kennzeichnung der Packmittel eines seiner Medikamente überprüft werden.

Lesegerät von Siemens

Das DNA-Kennzeichnungsverfahren basiert laut november auf den praktisch unendlichen Kennzeichnungs-Möglichkeiten [Codierung] von synthetisch erzeugter DNA, also der Erbsubstanz Desoxyribonukleinsäure.

Dabei werden die beiden Stränge der DNA getrennt und in zwei verschiedenen Medien wieder zusammengeführt. Eine minimale Menge DNA befindet sich an einer Stelle der Verpackung, das Pendant dazu in einem Stift.

Bislang war die Zusammenführung von getrennten DNA-Strängen in langwierigen Labortests erst nach vielen Stunden möglich. Laut Angaben der november AG ist dieser als Hybridierung bezeichnete Vorgang jetzt in Sekunden abwickelbar.

Der zusammengeführte DNA-Doppelstrang emittiert ein dem menschlichen Auge unsichtbares Licht, das aber von einem Lesegerät erkannt wird. Dieses Lesegerät wurde von Siemens nach Spezifikation der november AG entwickelt und zur Marktfähigkeit gebracht.

Der november-Vorstandsvorsitzende Wolf Bertling hofft, dass das Verfahren weltweit auf breiter Basis zum Einsatz kommen wird. "Das Verfahren macht Verpackungen, Beipackzettel oder das Behältnis als solches zu 100 Prozent identifizierbar", betonte Bertling. Außerdem ermögliche es einen schnellen Test vor Ort.