Bertelsmann stößt Online-Sektor ab
Das deutsche Manager-Magazin berichtet von Verhandlungen zwischen der DirectGroup Bertelsmann und dem Buchändler Amazon über einen Verkauf der BOL-Onlineshops.
Bertelsmann will sich offenbar vom Großteil seiner Online-Aktivitäten trennen, nachdem man damit Milliardenbeträge in den Sand gesetzt hat. Trotz großem Aufwand war es nicht gelungen, Amazon den Rang abzulaufen.
Beide Unternehmen kommentierten den Bericht nicht.
Für Bertelsmann würde dies eine Kehrtwende von 180 Grad bedeuten, der unlängst ausgeschiedene, langjährige Geschäftsführer Thomas Middelhoff hatte voll auf das Internet als Vertriebskanal für neue Inhalte gesetzt.
DirectGroup BertelsmannSkandinavien macht das Kraut nicht fett
Nur in Skandinavien und den Niederlanden konnte BOL die Nummer 1 unter den Online-Shops für Bücher, CDs, DVDs, Videos und Computerspiele werden. In anderen Ländern hinkte BOL stets hinter Amazon her.
In Dänemark, Norwegen, Malaysia, Singapur, Hongkong, Frankreich und Spanien wurden die BOL-Shops deshalb bereits geschlossen.
Die deutschsprachigen Outlets waren Sonntagnachmittag überhaupt nicht erreichbar. Lediglich ein Hinweis auf eine stattfindende "Erweiterung", verbunden mit der Aufforderung, man solle "später" wieder vorbeischauen, war nach langer Ladedauer zu lesen.
Auch vom 36-Prozent-Anteil an Barnesandnoble.com will sich Bertelsmann demnach trennen. Lediglich für Buchklub-Kunden soll es weiter einen Online-Verkauf geben. Über Pläne andere Netzaktivitäten wie zum Beispiel den CD-Händler CDNow betreffend wird indes nichts berichtet. Ebenso ist unklar, welche Zukunft die Konkursfirma Napster hat, für die Bertelsmann ein Angebot gelegt hat.
Barnesandnoble.com
