Scheidung per E-Mail in Ägypten
Ein ägyptisches Gericht hat nun eine per E-Mail erfolgte Scheidung anerkannt. Dies könnte ein Anzeichen für einen Wertewandel in dem nordafrikanischen Land sein.
Laut einem Zeitungsbericht hatte ein in Deutschland lebender Ägypter seiner in Alexandria lebenden Frau per E-Mail die Scheidung erklärt. Diese war mit einem Ausdruck der Nachricht sowie dem Ehevertrag zur Gerichtsbehörde in Alexandria gegangen und hatte sich die Scheidung als rechtskräftig bestätigen lassen.
Das Paar hatte im Ausland eine so genannte Urfi-Ehe geschlossen, die offiziell nicht registriert wird und bei der nur zwei Zeugen den Ehevertrag unterzeichnen müssen.
Panta rei
Vor zwei Jahren noch hatte sich ein Gericht ebenfalls in
Alexandria geweigert, ein E-Mail als Beweismittel anzuerkennen, in
der ein islamischer Ehemann seiner Frau per E-Mail die Ehe
aufgekündigt hatte.
Internet-Scheidung null und nichtigUnterschiedliche Handhabung neuer Technologien
Im Islam ist eine Scheidung durch den Mann eine relativ einfache Sache. Allerdings sind manche Ordnungshüter mit der Nutzung moderner Technologien für eine schnelle Scheidung nicht glücklich.
So hat Malaysia vor einem Jahr angekündigt, Moslems die Scheidung per SMS zu untersagen. In Singapur und einigen arabischen Ländern hingegen haben islamische Behörden die Trennung per Kurzmitteilung erlaubt.
Auch andere Religionen betroffen
Doch die Neuerungen machen auch vor anderen Religionen nicht
Halt. Vor gut zwei Jahren hatte ein britisches Online-Service
konservative Gemüter erregt. Auf der Site des Unternehmens Lawdocs
konnten Scheidungswillige alle nötigen Formulare und Dokumente sowie
begleitende Erklärungen kostenlos downloaden. Die Aufregung war
umsonst, die Site hat inzwischen den Dotcom-Tod erlitten.
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