31.08.2002

FORDERUNG

Deutschland soll 2006 online wählen

Schon in vier Jahren könnte der deutsche Bundestag wenigestens teilweise per Internet gewählt werden. Diese Ansicht vertritt zumindestens der Leiter der Forschungsgruppe Internetwahlen an der Universität Osnabrück, Prof. Dieter Otten:

"Die Technik ist vorhanden, die Bereitschaft der Menschen sicher auch", sagte Otten jetzt der dpa. Schlagende Argumente seien der zunehmende Mangel an Wahlhelfern - "bundesweit mehr als eine halbe Million" - und die enormen Kosten des derzeitigen Wahlablaufs.

Unterstützung vom Innenminister

Mit seiner ¿Forschungsgruppe hatte Otten in den vergangenen Jahren Wahlen des Osnabrücker Studentenparlaments sowie für Personal- und Betriebsräte bei großen Landesbehörden und Unternehmen im Internet verwirklicht:

"Jeder erhält eine Karte mit elektronischer Signatur, zieht sie durch das Lesegerät, tippt seine Wahl ein, und das Auszählen ist ein Klacks", erläutert der Informatik-Professor.

Für die Internetwahl zum Bundestag 2006 habe Bundesinnenminister Otto Schily [SPD] bereits Zustimmung signalisiert, sofern die Abstimmung in vernetzten Wahlbüros ablaufe und nicht "im stillen Kämmerlein".

"Sonst ist die geheime und freie Wahl nicht gesichert - zu Hause am Computer kann dem Wähler jeder über die Schulter schauen und Druck ausüben, das würde das Verfassungsgericht nie zulassen."