CD-ROM-Schutz der "vierten Generation"
Der Elektronikkonzern JVC hat gemeinsam mit dem Spieleentwickler Hudson Soft eine neue Kopierschutz-Technologie für CD-ROMs entwickelt, die den Schutz von Games und anderer Software vor unerlaubtem Kopieren auf eine neue Stufe heben soll.
Die Unternehmen gehen zumindest davon aus, dass ihre "Root" genannte Technologie sehr viel schwerer zu umgehen sein wird als bereits existierende Systeme.
"Root" versteckt spezielle Schlüssel auf den zu schützenden CD-ROMs, die nicht ohne weiteres direkt auszulesen sind. Das Knacken des Kopierschutzes soll zusätzlich dadurch erschwert werden, dass die Schlüssel verschieden lang gestaltet und an beliebigen Stellen in die Daten eingebunden werden können.
Wird der Inhalt der geschützten CD-ROM auf eine CD-R oder eine CD-RW gebrannt, werden die Schlüssel nicht exakt kopiert und verhindern dadurch das Auslesen der potenziellen Raubkopien.
Vierte Generation
Den Kopierschutz, der speziell für CD-ROMs ausgelegt ist und daher nicht für Audio-CDs verwendet werden kann, bezeichnen die Entwickler als Schutz der "vierten Generation":
"Er unterscheidet sich von den Systemen der dritten Generation vor allem dadurch, dass die Schlüssel sehr schwer zu lokalisieren sind", erklärt ein Hudson-Soft-Sprecher.
Hudson hat bei der Entwicklung den größten Teil der Software-Arbeit geleistet, während JVC als erfahrener Player-Hersteller sich vor allem um das Mastering und die Kompatibilität gekümmert hat. Angeblich ist "Root" schon jetzt mit den gängigsten 200 CD-ROM-Drives kompatibel.
JVC wird den Kopierschutz für 0,2 bis einen USD pro geschützter CD-ROM anbieten, der genaue Preis hängt dabei von der Komplexität und der Anzahl der gewünschten Schlüssel ab.
JVCAlles Kopierschutz
Das Rennen um immer neue Kopierschutztechnologien nimmt derzeit generell an Dynamik zu:
Die israelische Firma Doc-Witness hat beispielsweise erst letzte Woche den Prototyp eines CD-förmigen Datenträgers namens "OpSecure" vorgestellt, der ebenfalls "eine neue Generation im Kopierschutz" anführen soll.
Dabei werden hard- und softwareseitige Maßnahmen kombiniert. Kernstück der Entwicklung ist eine Smart Card, die Daten nur unter bestimmten Bedingungen freigibt. Die Technik soll mit gängigen CD- und DVD-Laufwerken kompatibel sein.
"OpSecure" soll außerdem mit nur geringen Modifikationen in bestehenden CD-Fertigungsstraßen hergestellt werden können.
Neuer Kopierschutz mit Smart Card
