29.08.2002

ÖSTERREICH

Bildquelle: ta

Schlechte Noten für Reise-E-Commerce

Die Konsumentenschützer vom VKI haben den heimischen Online-Reisemarkt unter die Lupe genommen und haben dabei ein eher enttäuschendes Angebot ausgemacht.

Obwohl kaum noch ein Reiseveranstalter darauf verzichtet, mit Online-Angeboten zu werben, sind echte Online-Buchungsmöglichkeiten noch rar. Großteils sind online-initiierte Buchungen möglich, einen rechtsgültigen Kaufvertrag über Internet abzuschließen, wird hingegen nur selten angeboten.

Beim Check von Online-Reiseanbietern haben die Konsumentenschützer auch festgestellt, dass nur die wenigsten dem E-Commerce-Gesetz entsprechen. Es fehlen Standard-Angaben wie zum Beispiel eine Service-Hotline für Rückfragen oder wichtige Hinweise zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und zum Datenschutz.

Ungenügende Abwicklung

Der heimische Online-Reisemarkt steckt laut dem VKI noch eindeutig in den Kinderschuhen. Das zeigen auch die vielen Probleme, mit denen die Tester bei der praktischen Anwendung konfrontiert wurden.

So kam es bei den Testbuchungen wiederholt zu technischen Schwierigkeiten, manchmal fehlte auch die endgültige Reservierungsbestätigung. Online- Stornomöglichkeiten gab es keine, dafür "glänzten" die Anbieter durch schleppende Abwicklung.

Außerdem kritisiert der VKI, dass Lockangebote schon nach kurzer Zeit nicht mehr buchbar waren und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen schwer auffindbar bzw. nicht auszudrucken waren.

Nur ein Informationsvorteil

Der heimische Online-Reisemarkt zeigt sich auch nicht gerade wettbewerbsfreudig, denn die meisten Reiseveranstalter stellen lediglich ihre Katalogpreise ins Netz.

Kostenvorteile durch Online-Vertrieb an die Kunden weiterzugeben, wie dies in anderen Ländern selbstverständlich ist, kommt hier zu Lande selten vor.

Internet-Angebote bringen somit in erster Linie für Preisvergleiche und Urlaubsplanung Vorteile.