28.08.2002

GELUPFT

Bildquelle: ms / orf on

Microsoft gibt Windows-Geheimnisse preis

Microsoft bemüht sich offensichtlich um die gütliche Beilegung des laufenden Kartellverfahrens und die schnelle Umsetzung der bisher akzeptierten Auflagen. Der Konzern hat jetzt in diesem Zusammenhang Informationen zu Schnittstellen [APIs] von Windows 2000 und XP offen gelegt, die bislang undokumentiert waren.

Dokumentationen zu rund 270 Programmierschnittstellen, die nicht im Microsoft Platform Software Development Kit enthalten waren, können ab sofort über das Entwicklernetzwerk [MSDN] eingesehen werden.

Nach Veröffentlichung des Service Packs 1 für Windows XP sollen dem auch noch Code-Beispiele über die Download-Seiten des Platform SDK folgen.

Gute Stimmung erzeugen

Die bislang undokumentierten APIs gehören nach Angaben von Microsoft zu Middleware-Komponenten, die mindestens ein Mal in Windows 2000 und/oder XP eingesetzt worden seien.

Ob Entwickler darunter Hilfreiches finden, sei dahingestellt, schließlich heißt das nicht, dass Microsoft gewillt ist, die APIs weiter zu verwenden.

Microsoft kann mit der Veröffentlichung aber behaupten, Auflagen zu erfüllen, die in einer außergerichtlichen Einigung mit neun Staaten und dem US-Justizministerium ausgehandelt wurden.

Auch im Hinblick auf das laufende Verfahren mit den verbleibenden Staaten, die sich dem Vergleich nicht angeschlossen haben, könnte der Schritt positive Auswirkungen für den Konzern haben.

Weitere Maßnahmen

MS hat bereits weitere Schritte angekündigt, um den bisher akzeptierten Auflagen aus dem Prozess nachzukommen: Mit dem für Herbst angekündigten Service Pack 1 für Windows XP werden MS-eigene Programme wie Internet Explorer, Windows Media Player und Outlook Express standardmäßig vom Desktop entfernt.

PC-Hersteller können ihre Rechner mit MS-Betriebssystem somit zusätzlich mit alternativer Software ausliefern.

Microsoft betonte allerdings, dass die Programme selbst nicht entfernt würden. Sie seien weiterhin in Windows vorhanden.