Insolvenz überschattet Cybertron-Bilanz
Der insolvente Wiener Telekombetreiber Cybertron hat im ersten Halbjahr 2002 schwere Verluste hinnehmen müssen: Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen [EBITDA], das im ersten Quartal erstmals positiv war, ist im zweiten Quartal wieder massiv eingebrochen - auf minus 3,3 Millionen Euro.
Für das gesamte Halbjahr ergab sich daraus ein EBITDA von minus drei Millionen Euro, nach minus 3,6 Millionen Euro in der ersten Hälfte 2001. Der Umsatz ist in den ersten sechs Monaten von 36,4 auf 25,2 Millionen Euro deutlich geschrumpft.
Die Cybertron-Aktie notierte am Dienstag im frühen Handel bei 18 Cent, drei Cent oder 20 Prozent über dem Schlusskurs des Vortages. Sein Allzeithoch hatte der Telekomwert im März 2000 bei 104,66 Euro markiert.
Cybertron wird radikal geschrumpftWertberichtigungen
Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens Ende Juni führte zudem zu drastischen Wertberichtigungen in der Bilanz.
Das Unternehmen hat mit der Insolvenz die Aufgabe des gesamten Geschäftsbereichs Sprachtelefonie beschlossen. Dies habe bereits im ersten Halbjahr 2002 zu massiven außerplanmäßigen Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Firmenwerte [3,8 Mio. Euro] und Sachanlagen [23,6 Mio. Euro] sowie zu einer vollständigen Abschreibung latenter Steuern [12,3 Mio. Euro] geführt, teilte Cybertron heute mit.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit [EGT] verschlechterte sich damit im ersten Halbjahr von minus 14,5 auf minus 55,6 Mio. Euro, der Verlust je Aktie von 1,10 auf 4,15 Euro. In den letzten Wochen seien nun Maßnahmen gesetzt worden, "die einen Fortbestand des Unternehmens mit stark reduziertem Geschäftsumfang ermöglichen könnten", so der Vorstand.
Ob das Unternehmen tatsächlich den Ausgleich schaffen wird, ist nach Ansicht des Kreditschutzverbands von 1870 [KSV] allerdings offen. "Das lässt sich noch nicht beurteilen", sagte KSV-Insolvenzspezialist Christoph Vavrik am Dienstag auf APA-Anfrage.
