27.08.2002

GPS-TRACKING

Bildquelle: ORF

Gans in Eskimo-Kühlschrank geortet

Zu Forschungszwecken waren sechs Gänse in Nordirland mit Sendern ausgestattet worden. Per Satellit sollte ihre Reise nach Kanada und zurück verfolgt werden.

Als die auf den Namen "Kerry" getaufte Gans ihren Aufenthaltsort für längere Zeit nicht veränderte, hielten die Forscher Nachschau.

Mit Hilfe des Peilsenders [im Wert von rund 4700 Euro] konnte das Tier aufgespürt werden. Im Tiefkühler eines Eskimos (Inuit).

Zugvogel

Eine faszinierende Reise machen irische, hellbäuchige Ringelgänse jedes Jahr. Sie fliegen Tausende von Kilometern, um sich im nördlichen Kanada fortzupflanzen. Wenn die Sprösslinge und deren Eltern, die zwischendurch ihr Federkleid wechseln, [wieder] entsprechend flugfähig sind, geht es retour.

Jäger war kooperativ

Der Besitzer der Kühltruhe, ein Jäger, war über den Besuch ziemlich erstaunt, berichtet die BBC. Er führte die Wissenschaftler zu seinem Tiefkühler, wo er das tote Tier mit dem klaglos funktionierenden Sender aufbewahrt hatte.

Er hatte keine Ahnung gehabt, was für ein Ding die Gans da umgebunden hatte.

Da die Ringelgänse eine gefährdete Tierart sind, ist es sowohl in Europa als auch in Kanada verboten, sie zu jagen. Für die Ureinwohner bestehen allerdings Ausnahmen, soweit sie die Tiere als Nahrungsmittel erlegen.

Schicksal

Eine zweite Gans, Oscar, wurde tot auf einer kleinen, isländischen Insel gefunden. Sie dürfte dort einem Raubvogel zum Opfer gefallen sein.

Arnthor schließlich dürfte ebenfalls abgeschossen worden sein. Das Signal verschwand im Juni plötzlich über der Disko-Insel vor der grönländischen Küste. In diesem Gebiet ist die Jagd zu dieser Jahreszeit gänzlich untersagt.

Jeder der Vögel hatte eine Reihe von menschlichen Adoptiveltern. Gegen eine Spende von umgerechnet rund 120 Euro hatten sie regelmäßig E-Mails oder SMS mit den genauen Aufenthaltsorten der Tiere erhalten.

Die Umweltschutzorganisation muss diese nun bitten, doch ein anderes Tier zu adoptieren.