Satelliten-Ortung für Kinder
Tausende von Bestellungen seien in den letzten Wochen eingegangen, sagte Bob Stern von Wherify Wireless der dpa.
Das große Kundeninteresse am "GPS Personal Locator" führt er auf die jüngste Welle von Kindesentführungen zurück, die seit Wochen in den USA für Schlagzeilen sorgen.
Die bunten elektronischen Armbänder sollen im September breit auf den Markt kommen, Wherify rechnet mit einem Jahresabsatz von 150.000 Stück
Dies allein entspricht 60 Millionen Dollar Umsatz, denn billig sind diese solide wirkenden Armbänder nicht. Trina und Rob Dean im kalifornischen Silicon Valley zählen zu den ersten Käufern. Für ihre beiden Töchter im Kindergartenalter bestellten sie je ein Armband zum Stückpreis von 400 Dollar und zahlen 25 Dollar pro Monat für den Überwachungsservice.
Das ProduktNotrufe aus dem Handgelenk
Beim "Personal Locator" handelt es sich um ein GPS-Gerät mit Pagerfunktion, das wie Handschellen so eingestellt werden kann, dass es nicht abzustreifen ist. Elektronische Hand- und Fußfesseln werden in den USA bereits zur Überwachung von Straftätern auf Bewährung eingesetzt.
Nach Angaben des Herstellers wird beim Versuch, das "schnittfeste" Armband gewaltsam abzunehmen, sofort die Polizei alarmiert.
Dies kann auch der Armbandträger durch kombinierten Knopfdruck tun, das Pagersignal wird direkt in die nächste der landesweiten "911"-Notrufzentralen geleitet.
Laut Statistiken der US-Bundespolizei wurden im vergangenen Jahr 752.000 Kinder und Jugendliche in den USA als vermisst gemeldet.
Die Konkurrenz - ein digitaler EngelWas Kinderschützer empfehlen
Die meisten waren allerdings von zu Hause weggelaufen oder von Familienangehörigen entführt worden. Die wenigsten Kinder würden von fremden Tätern gekidnappt, auch wenn diese Fälle die Nachrichten beherrschten, heißt es vom "Center for Missing and Exploited Children."
Dort steht man dem Massenkauf derartiger GPS-Armbänder skeptisch gegenüber. Der Verband empfiehlt Eltern, ihre Kinder über Gefahrensituationen aufzuklären und diese zu vermeiden.
