Pro Werbefax 1500 Dollar Strafe
In Kalifornien haben Empfänger von unerwünschten Junk-Faxen die Werbefirma Fax.com auf Schadenersatz in Höhe von 2,2 Billionen Dollar [2.27 Billionen Euro] verklagt.
"Das Recht auf freie Meinung endet an meiner Türschwelle. Ich erlaube es nicht, dass jemand in meine Privatsphäre einbricht und meine Ressourcen verschwendet," so der Hauptkläger Steve Kirsch, Gründer der Internet-Suchmaschine Infoseek.
Die Anwälte fordern eine Entschädigung von 1500 Dollar für jedes unerwünschte Fax, das in den letzten vier Jahren verschickt wurde.
Eine entsprechende Klage wurde am Donnerstag bei einem Gericht in Mountain View eingereicht.
Seit 1991 verboten
Das Versenden von Werbefaxen ist in den USA per Bundesgesetz seit
1991 verboten. Die Klage richtet sich nicht nur gegen Fax.com,
sondern auch gegen den Telefon-Provider Cox Business Services und
Fax.coms Werbekunden.
Fax.com"Konstitutionelles Recht"
Fax.com wies die Klage als "unbegründet und absurd" zurück. Es gebe das konstitutionelle Recht, via Fax zu werben.
Der Präsident von Fax.com verteidigte die Geschäftpraktiken als kostengünstige und effektive Möglichkeit für kleinere Firmen, Werbung zu machen.
Fax.com sendet nach eigenen Angaben täglich drei Millionen Werbefaxe im Auftrag seiner Kunden aus.
Erst vor wenigen Wochen war Fax.com unter Druck geraten. Die Telekommunikations- und Medienaufsichtsbehörde der USA [FCC] kündigte am 7. August eine mögliche Geldstrafe von über fünf Millionen Dollar gegen das Unternehmen an.
Nach Schätzungen der "Public Utilities"-Kommission verursachen Massenfaxe in den USA jährlich Schäden in Millionenhöhe durch Papier- und Betriebskosten.
