Streit um digitale Videos geht weiter
Fünf Besitzer des digitalen Videorekorders ReplayTV 4000 von Sonicblue haben gemeinsam mit der EFF einen Etappensieg gegen die Filmindustrie errungen.
Ein Gericht in Los Angeles hat dem Antrag der Kläger stattgegeben, ihre Klage mit dem Verfahren des Geräte-Herstellers Sonicblue zu kombinieren.
Die Konsumenten bekommen damit Gelegenheit, ihre Sichtweise vor Gericht darzulegen.
Filmindustrie verklagt Sonicblue
Sonicblue hat mit dem digitalen Videorecorder ReplayTV 4500 ein
Gerät auf den Markt gebracht, das es dem Besitzer nicht nur
ermöglicht, TV-Sendungen zu einem späteren Zeitpunkt anzuschauen, es
kann auch alle Werbungen ausblenden und die aufgenommene Kopie an
andere Geräte im Haushalt sowie über das Internet weiterleiten. Mit
einer Klage versucht die Filmindustrie, diese Funktionen zu
unterbinden. Man befürchtet vor allem sinkende Werbeeinnahmen und
die illegale Weitergabe von kostenpflichtigen Inhalten aus
Premium-Kanälen.
Hollywood will TV-Verhalten der User ausspionierenUser wollen Recht auf werbefreie Video-Aufnahmen
Die Konsumenten reagierten auf die Klage der Filmindustrie gegen Sonicblue mit einer Gegenklage, unterstützt durch die Bürgerrechtsgruppe Electronic Frontier Foundation [EFF].
Sie wollen, dass ihnen das Recht zugesprochen wird, mit dem digitalen Videorecorder nach Wunsch automatisch Werbesendungen herauszuschneiden.
Dem Rechtsstreit wird von Experten richtungsweisende Bedeutung im Bereich digitaler Urheberrechte bzw. Digital-TV eingeräumt.
User verklagen die FilmindustrieEFF vorerst zufrieden
"Wir sind zufrieden, dass das Gericht anerkennt, dass eine Auseinandersetzung über digitale Videorecorder auch Konsumenten miteinbeziehen muss, die die Geräte kaufen und verwenden", sagte Robin Gross, Vertreter der EFF.
Der ReplayTV 4000 wurde etwa 5.000 Mal verkauft. Das Nachfolgemodell ReplayTV 4500 ist bereits in vier Varianten ab 400 USD zu haben.
