Software simuliert Terror-Anschlag
Eine neue Computer-Simulation der Sandia National Laboratories soll dazu beitragen, öffentliche Entscheidungsträger in den USA auf Terror-Anschläge besser vorzubereiten.
Das Programm "Weapons of Mass Destruction Decision Analysis Center" soll Terror-Szenarien virtuell darstellen.
Anhand dieser Katastrophen-Szenarien sollen die Verantwortlichen Schritt für Schritt die nötigen Maßnahmen durchführen und die Konsequenzen ihrer Handlungsweise durchspielen.
Für Behörden
Sandia hofft, die Software den öffentlichen Einrichtungen in
einigen Monaten zur Verfügung stellen zu können. Auch eine
Zusammanarbeit mit Unternehmen aus dem Silicon Valley zur
Weiterentwicklung des Programms sei möglich.
Sandia National LaboratoriesAn Bedürfnisse angepasst
"Am ehesten kann man unsere Simulation mit einem Kriegsspiel vergleichen", sagt John Vitko, Chefentwickler bei Sandia. "Was aber nicht heißt, dass es hier nicht um eine ernste Sache geht. Das Programm ist vor allem zu Ausbildungszwecken gedacht."
Das Programm kann den Ansprüchen verschiedener Entscheidungsträger wie zum Beispiel der Polizei, der Feuerwehr oder dem Bürgermeister angepasst werden.
Weiters können natürlich auch verschiedenste Gefahren wie ein Nuklear-Anschlag oder eine Biowaffen-Attacke dargestellt werden.
Die US-Army geht einen ähnlichen Weg bei der Rekrutierung ihrer Soldaten. Sie bereitet junge Rekruten für den Dienst am Vaterland mit dem Computerspiel "America's Army" vor. Die realitätsnahe Darstellung des Ego-Shooters soll den Spielern die "Werte" der US-Army und die Grundzüge des Soldatenlebens vermitteln.
US-Army launcht Ego-Shooter "Operations"Listet Entscheidung und Auswirkung auf
Sandia begann mit der Entwicklung des Programms Monate vor dem 11. September des Vorjahrs. Die Anthrax-Todesfälle im letzten Jahr unterstrichen die Wichtigkeit des Programms, vor allem angesichts der steigenden Angst vor Biowaffen.
Anhand der Software sollen solche Katastrophenfälle vorbeugend unzählige Male bis ins Detail durchgespielt und dadurch im Ernstfall eine Massenpanik vermieden werden.
Auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung von Informationen soll mit der Simulation abgestimmt werden, sodass im Ernstfall die Verbreitung von falschen oder verfrühten Informationen vermieden werden kann.
Am Ende des Programms listet die Software alle getroffenen Entscheidungen und deren Auswirkungen auf. Punkte werden aber nicht vergeben.
"Viel wichtiger als zu gewinnen oder zu verlieren ist die Erfahrung, die man sammelt," sagt Vitko.
