Bessere Qualität bei Handy-Kameras
In Japan gehören Mobiltelefone mit Kameras inzwischen zu den Bestsellern. Jeder Mobilfunkbetreiber bietet mehrere Modelle mit eingebauter Kamera an, und um sich von den Konkurrenten zu unterscheiden, will man vor allem die Bildqualität der Fotos in nächster Zeit steigern.
Kameras mit einer Auflösung von einer Million Pixel werden für das Jahr 2003 erwartet. Ende 2003 sollen die Handy-Kameras in puncto Qualtität mit günstigen Digitalkameras konkurrieren können.
Eine Million Kamera-Handys für Europa
Erst Anfang August schloss Vodafone einen Deal mit Sharp über die
Lieferung von einer Million Handys mit eingebauter Kamera im Herbst
nach Europa. Bisher waren japanische Handyhersteller im europäischen
Markt nur schwach vertreten.
Sharp liefert Kamera-Handys an VodafoneCCD oder CMOS
Herzstück jeder Digitalkamera ist der Bildsensor, hier wird das durch die Objektivlinsen einfallende Licht in digitale Daten umgewandelt.
Bislang setzen fast alle Digitalkameras auf Bildsensoren mit "CCD"-Technik [Charge Coupled Device], in den japanischen Handy-Kameras kommen aber die "CMOS"-Bildsensoren [Complementary Metal Oxide Semiconductor] zum Einsatz.
Vorteile der CMOS-Technik gegenüber CCDs sind der geringe Energieverbrauch und die günstigeren Produktionskosten. Allerdings neigen die billigeren Chips zu stärkerem Bildrauschen.
Vor allem die Pixelgröße muss weiter reduziert werden, um die Pixelanzahl bei der begrenzten Größe des Kamera-Moduls steigern zu können. In diesem Punkt liegt die CCD-Technik vor der CMOS, da diese Probleme bei der Reduktion der Pixelgröße hat.
Daher wollen die japanischen Hersteller jetzt auf die CCD-Technik umsatteln, um eine bessere Bildqualität bei Handy-Kameras zu erreichen.
Neue Methode: VMIS
Unterdessen will ein neues System von Innotech die Bildqualität
von CCD mit der Energieeffizienz von CMOS vereinen. Die VMIS-Technik
[Voltage Modulation Image Sensor] soll im Herbst 2002 in ersten
Geräten mit 310.000 Pixeln auf den Markt kommen, Ende 2003 will man
in der Lage sein, Kameras mit 800.000 und mehr Pixeln zu
produzieren.
Innotech VMISDie Pläne der Hersteller
Sanyo plant im Frühling 2003 den Launch der ersten Handy-Kameras mit 310.000 Pixeln in der Größe von jeweils 3.3 Quadrat Mikron, Geräte mit 700.000 Pixeln und schließlich einer Million Pixel sollen folgen. Schwachpunkt der CCD-Technologie bleibt aber der hohe Energieverbrauch von 200 mW.
Sharp hat bereits im Juni die erste Handy-Kamera mit CCD-Technik auf den Markt gebracht, und auch Fuji plant Handys mit der CCD-Technologie.
Toshiba hingegen arbeitet inzwischen weiter an einer Verbesserung der CMOS-Technik. Die Pixelgröße beträgt derzeit 5,4 Quadrat Mikron, es wird erwartet, dass bald vier Quadrat Mikron oder weniger erreicht werden.
Auch Konica entwickelt zusammen mit Hynix Kameras mit CMOS-Technik. Diesen Sommer startet der Verkauf von 310.000-Pixel-Kamera-Modulen mit einer Pixelgröße von 5,6 Quadrat Mikron. Für 2003 will man eine CMOS-Kamera mit einer Million Pixel mit einer Pixelgröße von drei Quadrat Mikron entwickeln.
