Die Spur führte nicht ins Internet
Nachdem die beiden ermordeten Zehnjährigen Holly Wells und Jessica Chapman, nach denen mit der größten Suchaktion der britischen Kriminalgeschichte gefahndet worden war, gefunden sind, ist klar, dass "Pädophile aus Internet-Chatrooms" keine Rolle dabei spielten.
Als Verdächtige hat die Polizei ihre ehemalige Aushilfslehrerin Maxine Carr und deren Verlobten, den Schulhausmeister festgenommen.
Nach dem Verschwinden der Mädchen hatte Carr der Polizei den "Tipp" gegeben, die beiden Computer-versierten Schülerinnen könnten von einem Pädophilen aus einem Internet-Chatroom weggelockt worden sein.
Ein Polizeisprecher sprach daraufhin von einer Fülle von Informationen auf den von den beiden Kindern benutzten Computern, die auf mögliche Spuren im Internet hinwiesen. Diese Hypothese wurde Nachrichtenagenturen und Medien entsprechend breit getreten.
Die Meldung von AFPPressekonferenz statt Durchsuchung
Die Kommissare wurden von Reportern des britischen Fernsehens massiv kritisiert, weil sie den Schulkomplex von Soham nicht früher durchsucht hatte.
In der Schule - wo die entscheidenden Hinweise gefunden wurden - hatte die Polizei ihre täglichen Pressekonferenzen abgehalten.
