18.08.2002

DEUTSCHE BANK

US-Broker-Investment wertlos

Die Deutsche Bank hat ihre verlustträchtige Beteiligung an der National Discount Brokers [NDB] Group praktisch aufgelöst und damit einen Schlusstrich unter eine katastrophale Fehlinvestition gezogen. Dies berichtet der "Spiegel".

Im November 2000 hatte die DB den auf US-Technologiewerte spezialisierten Aktienhändler samt Online-Broker für rund eine Milliarde USD gekauft.

Bereits im Jahr darauf verkaufte das Institut den Online-Broker, also den Retail-Arm dieser Firma, für 154 Millionen Dollar und konzentrierte sich auf den in der Tochtergesellschaft NDB Capital Markets [ehemals Sherwood Securities Corp.] gebündelten Aktien-Handel mit institutionellen Investoren.

Abschreibung bislang verweigert

Doch auch hier schrumpften die Provisionen. Am 13. Juni hat NDB Capital Markets den Handel an der Nasdaq eingestellt und sich als Broker bei der US-Technologiebörse abgemeldet.

Damit aber ist ein Kerngeschäft der Firma aufgelöst. Bilanzexperten sowie einige Manager des Institutes sind deshalb der Meinung, dass die Beteiligung zumindest zu einem großen Teil abgeschrieben werden müsste ¿ schließlich steht NDB noch mit rund 800 Millionen Euro in den Bilanzen der Deutschen Bank.

Genau das aber hat die Bank weder getan, noch hat sie es vor. Es bestehe kein Abschreibungsbedarf, sagte ein Sprecher.

Die Bank argumentiert, dass der NDB-Handel auf die Bank verschmolzen worden sei ¿ was aber nicht nachvollziehbar ist. An der Nasdaq jedenfalls hat die DB seit dem Rückzug von NDB kein signifikantes Umsatzplus verzeichnet.