Gedanken bald nicht mehr frei
Die Washington Times bringt heute, Samstag, besorgniserregende Neuigkeiten, die einem Science-Fiction-Filmscript entstammen könnten. Die NASA soll [mit einem nicht genannten kommerziellen Partner] an der Entwicklung von Systemen arbeiten, mit denen die Gedanken von vorbeigehenden Menschen gelesen werden können.
Geplant ist ein Einsatz auf Flughäfen und anderen Grenzübertrittsstellen mit dem Ziel, [natürlich] Terroristen aufzuspüren und aus dem Verkehr zu ziehen. Laut NASA ist dies eines von vier Flugsicherheitsprojekten, an denen gearbeitet würde.
Dass die Pläne überhaupt bekannt geworden sind, ist laut Washington Times dem Freedom of Information Act [ein US-Gesetz, dass Bürgern Zugang zu gewissen Behördenakten gewährt] zu verdanken, auf dessen Grundlage das "Electronic Privacy Information Center" [EPIC] gegen die Transport Security Administration [TSA] ein erfolgreiches Gerichtsverfahren angestrengt hatte. Die TSA musste daraufhin Kopien einiger Unterlagen übermitteln.
Die EPIC-Site enthält zur Zeit noch keine Infos dazuDas System
Das laut NASA noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindliche System soll Hirnwellen, Herzschlagmuster und eventuell weitere "Körperparameter" von Reisewilligen berührungslos scannen und diese Daten in das "Enhanced Computer Assisted Passenger Pre-Screening" [CAPPS] einspeisen.
Während Mediziner darauf hinweisen, dass die Entwicklung von Systemen, die EEGs [Elektroenzephalogramme, Aufzeichnung der elektrischen Ströme im Gehirn] berührungslos und im vorbeigehen erstellten, nicht einfach sein würde, verweist man bei der NASA auf das frühe Projektstadium und eigene Technologien aus der Raumfahrt.
Die Pläne sehen vor, dass die gesammelten Informationen mit "hunderttausenden" Datenquellen abgeglichen würden, darunter Bewegungsmuster, Polizei- und Justizakten sowie Informationen über die Vermögenslage des Reisenden. Durch Anwendung statistischer Algorithmen glaubt man, jene Personen entdecken zu können, die "möglicherweise eine Bedrohung darstellen" würden.
CAPPS erhält Auszeichnung für "abstoßendstes Projekt"Konsultationen mit Northwest Airlines
Dass das Entwicklungsstadium so früh doch nicht sein kann, lässt der Umstand vermuten, dass die NASA bereits am 10. und 11. Dezember mit Nothwest-Airlines-Managern über eine Pilotphase für das Aviation Security Reporting System verhandelt hat.
Die Fluglinie wurde damals aufgefordert, komplette Passagierlisten der Monate Juli, August und September 2001 zur Verfügung zu stellen. Man wolle diese Daten in einem Passagier-Screening-Testprogramm mit biometrischen und neurosensorischen Informationen mittels einer "Bedrohungs-Einschätzungs-Software" abgleichen.
Northwest Airlines waren laut Washington Times zu keiner Stellungnahme bereit.
