18.08.2002

BURMA

Bildquelle: ORF

Militärregierung stellt Biometrie-Pässe aus

Die Militärregierung von Myanmar [Burma] hat offiziell bekanntgegeben, elektronische Reisedokumente auszugeben.

Die umstrittenen Pässe ["MyKad"] enthalten Mikrochips, welche biometrische Informationen über den Ausweisbesitzer speichern. In der anfänglichen Testphase werden 5.000 Stück an Diplomaten, Beamte und ausgesuchte Geschäftsleute ausgegeben.

UN-Gesandter verdient und verteidigt

Pikanterweise wurde das nun benutzte System von der Iris Corporation entwickelt, deren Teilhaber niemand geringerer als der UN-Gesandte in Burma ["the Secretary-General's Special Envoy for Myanmar"] und frühere Präsident der UN-Vollversammlung, Tan Sri Razali Ismail, ist.

Ismail hat in Abrede gestellt, dass seine Position seiner Firma geholfen habe, den Auftrag zu erhalten. Ebenso hat er Vermutungen zurückgewiesen, die gespeicherten Informationen könnten vom Militärregime missbraucht werden.

"Vor zehn Jahren wäre das vielleicht der Fall gewesen. Und überhaupt betrifft das nur jene Leute, die ins Ausland reisen wollen", sagte er. "Und in den meisten Fällen werden das Regierungsbeamte sein."