17.08.2002

GEGENGESCHÄFT

Bildquelle: ORF.at

Microsoft erkauft sich Uni-Lehrplan

Um die Technologieforschung und -entwicklung an kanadischen Universitäten zu unterstützen, will Microsoft insgesamt 10 Millionen USD zur Verfügung stellen.

Doch bereits die erste Finanzspritze von 2,3 Millionen USD für die Universität von Waterloo in Ontario ist auf harte Kritik gestoßen.

MS-Programmiersprache löst bisherige ab

An der Universität von Waterloo wird mit den MS-Mitteln unter anderem ein Forschungsprogramm zur Entwicklung einer mathematischen Zeichenerkennungsengine für den Tablet PC unterstützt. Die Studenten bekommen auch Einblick in andere MS-Technologien, wie zum Beispiel die .NET-Webservices.

Doch besonders ein neuer Lehrgang erhitzt die Gemüter der Studenten der Universität von Waterloo. Die finanzielle Unterstützung von MS ist nämlich nicht ganz uneigennützig an ein Gegengeschäft geknüpft.

Die Uni wird ab sofort Kurse für die neue Programmiersprache C# [gesprochen: C-Sharp] von MS anbieten. Der C#-Kurs soll einen Einführungslehrgang in C++ ersetzen und für die 300 neuen Studenten pro Jahr zur Pflichtveranstaltung werden.

Studenten an MS-Produkte binden

Microsoft kämpft wie andere Unternehmen mit allen Mitteln für die Durchsetzung seiner Programmiersprache.

Indem der Konzern Lehrgänge an Universitäten finanziert, erhofft er sich eine Markentreue der künftigen Programmierer zu MS-Produkten.