17.08.2002

SWITCH

Bildquelle: ORF

Linux-Demo in San Francisco

Das Durchschnittseinkommen amerikanischer Demonstrationsteilnehmer dürfte deutlich über dem in Österreich üblichen liegen. Eine kleine, aber hochkarätig besetzte Demonstration zog am Rande der LinuxWorld durch San Francisco.

Diesmal prangerte jedoch nicht Michael Jackson die Machenschaften seiner Musikfirma an, sondern Red Hat CTO Michael Tiemann die "Heuchelei" der kalifornischen Regierung: "Während sie mit der einen Hand Geld ausgeben, um den Monopolisten [Microsoft] zu verklagen, füttern sie den Monopolisten mit der anderen Hand" meinte Tiemann in einer Ansprache.

Man hatte die derzeit in San Francisco stattfindende LinuxWorld zum Anlass genommen und war vom Konferenzort zum Rathaus der Stadt marschiert.

Digital Software Security Act gefordert

Vor dem Rathaus enthüllte der Manager den "Digital Software Security Act", eine Gesetzesvorschlag, der dem Staat Kalifornien untersagen würden, Software zu kaufen, deren Source Code nicht offengelegt wird.

Der Manager eines der bedeutendsten Linux-Distributoren ist, wenig überrschend, vom häufigen Einsatz von Microsoft-Produkten in Ämtern und Behörden wenig begeistert.

Switch - to Linux

"Balance the Budget! Switch to Linux!" lautete einer der Sprechchöre der politischen Versammlung, nicht ganz ohne Anlehnung an die derzeit laufende "Switch¿-Kampagne von Apple. Damit wollte man offensichtlich auf das Sparpotenzial von Linux hinweisen.

Allerdings war die Schar der Demonstranten nicht besonders groß ausgefallen. Während einige Teilnehmer dies auf die für Programmierer frühe Beginnzeit [10.30 Uhr] als Ursache sahen, kritisierten andere das schnelle Gehtempo von Tiemann.

Der Programmierer Bruce Perens, ein führender US-Vertreter der Open-Source-Bewegung, hingegen sah pragmatischere Gründe: "Es ist offensichtlich, dass nur ein winziger Teil der LinuxWorld-Teilnehmer gekommen ist und das zeigt ein Problem auf. Entweder verstehen sie die Probleme nicht, oder sie haben geschäftliche Verpflichtungen, die es ihnen nicht gestatten, darüber zu sprechen."