Vivendi bricht nach Kurszielhalbierung ein
Die Aktien des hochverschuldeten Medienkonzerns Vivendi Universal haben heute, Freitag, an der Pariser Börse mit einem Kurssturz von zeitweise 18,7 Prozent auf 8,62 Euro den tiefsten Stand seit mehreren Jahren erreicht.
Zuvor hatten Investmentbanken ihre offiziellen Einschätzungen der Aktie drastisch nach unten revidiert. Die Deutsche Bank stufte das Kursziel von 30 [Buy] auf 16 Euro [Market Perfom] herunter, UBS ging gar von 29 [Strong Buy] auf 13 Euro [Hold].
Zum Pariser Handelsschluss lag die Vivendi-Aktie immer noch mit 12,26 Prozent im Minus. Der negative Trend wurde zu Handelsbeginn in Amerika mit Verlusten ebenfalls im zweistelligen Prozentbereich fortgesetzt. Zum Börseschluss wurde in New York schließlich ein Minus von 9,6 Prozent verzeichnet.
Kurs-Jo-Jo mit Tendenz zur Tiefe
Erwartet wird eine Zerschlagung des von Jean-Marie Messier
geschmiedeten Konzerns, der durch Aufkäufe über mehr als 100
Milliarden Euro zu einem unübersichtlichen Konglomerat wurde. Unter
anderem gehören nun die Universal Film Studios, die Deutsche
Grammophon, Internetdienste und der Eisenbahnbetreiber Connex zu dem
französisch-amerikanischen Konzern.
Liquiditätskrise bei Vivendi UniversalVerlegergeschäft wird abgestoßen
Am Mittwoch hatte Vivendi mitgeteilt, sich von diversen Beteiligungen trennen zu wollen, wobei man sich einen Erlös von zehn Milliarden Euro erhofft.
Dies ist mehr als die gesamte Marktkapitalisierung der Vivendi-Aktien zum heutigen Kurs ausmacht.
Unter anderem soll das gesamte Verlagsgeschäft abgestoßen werden. Während sich Vivendi-Chef Jean-Rene Fourtou allein von der Veräußerung des US-Verlages Houghton Mifflin mehr als 2,2 Milliarden Euro [den Kaufpreis] erhofft, erwarten Beobachter lediglich 2 Milliarden Erlös für alle Verlegerbeteiligungen des Konzernes.
