IBM baut drittschnellsten Computer
Das deutsche Forschungszentrum Jülich und IBM haben einen Vertrag über die Lieferung und Installation eines IBM-Supercomputers im Zentralinstitut für Angewandte Mathematik [ZAM] unterzeichnet.
Der Rechner basiert auf IBM-POWER4-Mikroprozessor-Technologie und wird eine Spitzenleistung von 5,8 TFLOPS [5,8 Billionen Berechnungen pro Sekunde] erreichen.
Erdbeben, Atomwaffen, Klimaveränderungen
Als schnellster Rechner der Welt gilt der "Earth Simulator" im
japanischen Yokohama mit 35 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde.
Er wird für Berechnungen von Klimaveränderungen und Erdbeben
eingesetzt. Die Silbermedaille unter den Top-Computern erringt der
in Kalifornien beheimatete ASCI White Pacific von IBM, der zur
Simulation von Atomwaffentests genutzt wird.
Earth SimulatorEigene "Computerhütte"
Im praktischen Einsatz wird der Computer den Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und des John von Neumann-Instituts für Computing [NIC], einem der deutschen Supercomputer-Zentren, mehr als das Dreizehnfache der gegenwärtig verfügbaren Leistung zur Verfügung stellen.
Der neue Supercomputer wird im Sommer 2003 in einem neuen Gebäude installiert und soll die gegenwärtigen Systeme ersetzen.
Supercomputer-Grid
UNICORE steht für "UNiform Interface to COmputing REsources". In
einem Grid werden durch Zusammenwirken vieler Rechner in einem
organisationsübergreifenden Netz vorhandene Ressourcen besser
ausgenutzt und gleichzeitig durch das Bündeln der Rechenleistung
schneller Einzelergebnisse errechnet.
UNICOREEinbindung in UNICORE-Grid
Das ZAM und das IBM-Deutschland-Entwicklungslabor Böblingen arbeiten darüber hinaus zusammen, um eine optimale Einbindung des neuen HPC-Systems in das UNICORE-Grid zu erreichen.
Diese Grid-Technologie verbindet bereits die nationalen Supercomputer-Zentren in Deutschland. Die Schaffung europaweiter Verbindungen ist in Vorbereitung und wird den neuen IBM-Supercomputer miteinschließen.
Forschungszentrum JülichNeue magnetische Zustände errechnet
Der neue Supercomputer wird vom Forschungszentrum Jülich und vom NIC zur Lösung wissenschaftlicher Problemen in Physik, Chemie, Lebenswissenschaften und Umweltforschung eingesetzt.
Die Festkörperforschung ist ein Beispiel für die breite Palette wissenschaftlicher Gebiete, in denen am Forschungszentrum Jülich gearbeitet wird.
Dieses Gebiet schließt die Analyse von Nano-Magneten ein. Da magneto-elektronische Systeme fortlaufend weiter miniaturisiert werden, wird dieses Forschungsgebiet zunehmend bedeutender.
Unter Zuhilfenahme massiv-paralleler Berechnungsmethoden, die am Forschungszentrum Jülich entwickelt wurden, sind neue magnetische Zustände entdeckt worden, die mit konventionellen Modellen nicht erklärt werden können.
