Krypto-Sicherung schützt Notebook-Daten
Notebooks könnten dank einer neuen Technologie, die eine drahtlose Verbindung zwischen dem Rechner und seinem Benutzer aufbaut, im Falle eines Verlustes oder Diebstahls automatisch all ihre Daten verschlüsseln.
Wenn der Besitzer nicht in Reichweite ist, sperrt sich das Notebook und verschlüsselt alle Files und verhindert damit, dass die Daten in falsche Hände geraten.
Das System wurde von Wissenschaftlern der Universität von Michigan entwickelt. Es soll Daten sogar dann vor fremden Blicken schützen, wenn sie auf dem Bildschirm offen gelassen wurden.
Linux-Armbanduhr
Das System wurde so konzipiert, dass es mit einem Prototyp einer
Computer-Armbanduhr von IBM zusammenarbeitet. Die Uhr kann über
Bluetooth mit anderen Geräten kommunizieren und läuft unter Linux.
IBM-Linux-Armbanduhr
Universität von MichiganBei großer Entfernung werden Daten automatisch verschlüsselt
Ein Funk-Empfänger, im Gehäuse des Notebooks installiert, ist so programmiert, dass er seinen Besitzer durch einem kleinen Funksender, der wie eine Armbanduhr getragen wird, identifiziert. Über den Sender weiß der Rechner, wie weit sein Besitzer entfernt ist. Wird eine bestimmte Entfernung überschritten, wird die automatische Verschlüsselung der Daten ausgelöst.
"Kommt der Besitzer wieder in Reichweite, beginnt das Notebook sein System wieder zu entsperren, sodass der User seine Arbeit fortsetzen kann", sagt der Wissenschaftler Brian Noble.
Nach Vorstellung von Nobel und seinem Kollegen Mark Corner soll das System vor allem zur Sicherung vertraulicher Geschäftsinformationen und militärischer Geheimdokumente zum Einsatz kommen.
Erst vergangene Woche stellte ein Bericht des Generalinspekteurs des US-Justizministeriums Bundesbehörden wie FBI, DEA und US Marshals Service ein schlechtes Zeugnis aus. Über 400 Notebooks mit teilweise geheimen Daten wurden von den Angestellten anscheinend verlegt, verloren oder gestohlen.
US-Behörden verschlampen NotebooksKombiniert mit einem Bildschirmschoner
Um den Verschlüsselungsprozess zu beschleunigen, sind die meisten Dateien bereits verschlüsselt, und nur zwischengespeicherte Files werden automatisch entschlüsselt, wenn sich der Besitzer nähert. Es dauert ungefähr sechs Sekunden, die Daten zu en- und dekodieren.
Auch die Kommunikation zwischen Notebook und Funksender wird verschlüsselt, sodass die Nachrichten nicht abgefangen werden können.
Andrew Derozairo, Chef des britischen Notebook-Security-Unternehmens Carraig, hält das System für einige Anwendungen für äußerst sinnvoll.
"Ein hochinteressantes Einsatzgebiet wäre das Börsenparkett, gerade Broker wollen um jeden Preis verhindern, dass jemand sieht, was auf ihren Bildschirmen steht. Die Technologie könnte so, kombiniert mit einem Bildschirmschoner, automatisch über die Daten wachen, wenn der Besitzer gerade nicht da ist."
