14.08.2002

23:30 MEZ

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Deadline für US-Firmenchefs

Die Chefs von knapp 1000 börsennotierten US-Konzernen haben noch bis Mittwochabend Zeit, mit ihrer Unterschrift persönlich die Rechtmäßigkeit ihrer Firmenbücher zu attestieren.

Sollten sich die Manager bis 23.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit dazu nicht in der Lage sehen, müssen sie der SEC eine eidesstattliche Erklärung zur Begründung liefern.

Umsätze von mehr als 1,2 Mrd. USD

Ob die neue Regelung die Investoren wieder beruhigen kann, ist nach Einschätzung von Analysten allerdings offen. Bis Wochenbeginn hatten mehr als 270 der 947 betroffenen Unternehmen ihre Erklärungen bei der SEC abgegeben. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie Umsätze von mehr als 1,2 Milliarden USD vorweisen können.

Die Bilanz- und Unternehmensskandale in den USA hatten vor kurzem im Konkurs des zweitgrößten US-Telekom-Unternehmens WorldCom ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden, mit dem der Zusammenbruch des Energiehändlers Enron vom vergangenen Jahr noch in den Schatten gestellt worden war. WorldCom hatte Fehlbuchungen in Milliardenhöhe eingeräumt.

Als erstes Unternehmen hatte der Autoteile-Hersteller Delphi am 18. Juli die neue SEC-Regelung umgesetzt. Zahlreiche weitere Großkonzerne sind inzwischen gefolgt. Die SEC veröffentlicht auf ihrer Website eine Liste der Unternehmen, die ihre Erklärung abgegeben haben.

Die Chefs von Firmen wie 3Com, Amazon.com, BellSouth und Electronic Arts haben die Erklärung bereits unterzeichnet

Statements von AOL Time Warner, Coca-Cola und IBM stehen noch aus.