Digitale Kunst reagiert auf den Betrachter

05.08.2006

Mittels einer Software sollen in Gemälde verwandelte Digitalbilder sich je nach der Stimmung ihres Betrachters verändern. Eine Kamera analysiert dabei den Gesichtsausdruck und verändert in Echtzeit Farbe, Hintergrund und Pinselführung des "Kunstobjekts".

Schönheit liegt im Auge des Betrachters, so lautet ein gängiges Sprichwort. Geht es nach Forschern aus England und den USA, könnten sich zumindest digitale Kunstwerke aber schon bald an die Stimmung ihres Betrachters anpassen.

Zornig oder fröhlich?

So kann ein Bild etwa auf ein zorniges Gesicht mit dünkleren Farben und heftigen Pinselstrichen reagieren, während eine glückliche Person mit dynamischen Schattierungen, die leicht ineinander verschwimmen, konfrontiert würde.

Die Forscher wollen im Rahmen des Projekts "Empathic Painting" ein interaktives Erlebnis für Kunstliebhaber gestalten. Basis des Projekts ist eine Software, die Digitalfotos so verändert, dass sie wie gemalt aussehen.

Das Projekt wurde vergangenen Monat auf der Konferenz für "Non-Photorealistic Animation and Rendering" im französischen Annecy vorgestellt.

Kamera analysiert den Beobachter

Über den auf Bildschirmen ausgestellten Kunstwerken wird dafür eine Kamera positioniert, die das Gesicht des Betrachters aufnimmt.

Die Software untersucht dann Schlüsselpunkte im Gesicht: Das Kräuseln des Mundes, die Stirnfalten, die Offenheit der Augen und auch die Bewegung der Augenbrauen geben Aufschluss über die aktuelle Stimmung der Person.

In Echtzeit wird das Bild dann so verändert, wie es dem Befinden des Betrachters am ehesten entspricht. Verändert werden können neben Pinselführung auch die Farben und der Hintergrund.

(BBC | Reuters)