MMS kein Nachfolger von SMS
Eine neue Studie des Londoner Wireless World Forums [W2F] rechnet mit derzeit gängigen Prognosen in der Mobilkommunikations-Branche ab. Die von verschiedenen Seiten lancierten Vorhersagen für den mit MMS erzielbaren Umsatz werden dabei gleich um 80 Prozent nach unten korrigiert.
MMS sieht sich demnach gleich mit mehreren Problemen konfrontiert. "MMS muss einen funktionierenden Geschäftsplan haben, aber es gibt noch keine Anzeichen dafür, dass irgendjemand einen entwickelt hat", heißt es bei W2F.
In der Studie werden die Aussichten für MMS in den Top-16-Mobilfunkmärkten untersucht.
Das ist MMS [Multimedia Messaging System]
Bei MMS kann der Anwender unterschiedliche Medien wie Texte, Bilder, Animationen, Video- und Audiosequenzen in einer Nachricht verarbeiten und anschließend als Nachricht per Handy verschicken. In technischer Hinsicht fungiert MMS als IP-basierte Lösung für die Übertragung von multimedialen Inhalten von und zu verschiedenen mobilen Endgeräten.
Teenager können MMS nicht bezahlen
Im Jahr 2003 werden demnach zwei Drittel der in Großbritannien versandten MMS von Teenagern [14-19 Jahre] ausgehen. Dieses Kundensegment verfügt aber nur über ein eng begrenztes Budget, und da die einzelnen Nachrichten teurer sein werden als SMS wird sich der Umsatz mit MMS in Grenzen halten.
Hinzu kommt, dass die Hardware [MMS-fähige Handys] auch nicht billig sein wird. Dadurch wird der Martkeinstieg der neuen Technologie sehr schleppend verlaufen. Erst wenn die Mehrheit der Prepaid-Handys MMS-fähig ist, dürfte sich das ändern.
Zu Beginn wird zwar die eher spendierfreudige Usergruppe der 20- bis 34-Jährigen den MMS-Umsatz bestreiten, sie sollen aber bald von den jüngeren Nutzern überholt werden.
Die Verlockung der bunten SMS
Noch im Februar hatte Benjamin Levy, Marketingdirektor der
US-Branchengröße Comverse, einen Mehrumsatz von durchschnittlich
fünf Euro pro Kunden und Monat [ARPU] allein durch MMS prophezeit.
Levy über das Handy-GeschäftMMS ist kein SMS-Nachfolger
Im Gegensatz zu vielen Unternehmen sieht W2F MMS nicht als Nachfolger von SMS.
Im Gegenteil: "MMS hat ganz andere Triebfedern. Es steht die Unterhaltung und nicht die pure Komunikation wie bei SMS im Vordergrund. MMS wird nur einen kleinen Marktanteil der SMS übernehmen und keinen direkten Ersatz darstellen."
Die Nutzer würden SMS außerdem als billiger und einfacher nutzbar einschätzen, so W2F.
Prophezeiung von 28 MMS pro User und Monat
Im März hatten Frost & Sullivan einen Umsatz von rund 30
Milliarden Euro im Jahr 2006 durch MMS angenommen. Sie betrachten
MMS als Nachfolger von SMS.
Multimedia-SMS als KassenfüllerRevival der Handy-Subventionen
Im Juli hatte die Forschungs- und Beratungsfirma Ovum ebenfalls eine Studie rund um MMS präsentiert. Je billiger die einzelne MMS, aber auch die dafür erforderliche Hardware [MMS-fähige Handys, dazu passende Kameras] für den Endkunden sei, umso mehr Umsatz würden die Netzbetreiber demnach mit MMS machen.
Außerdem wäre der Versuch der Netzbetreiber, die Handysubventionen sukzessive abzuschaffen, ein Schuss ins eigene Knie. Wenn MMS zum erhofften Erfolg werden solle, seien deutliche Subventionierungen der MMS-fähigen Handys einer der beiden entscheidenden Faktoren.
Preis entscheidet über Erfolg
Der andere Faktor sei der Preis der einzelnen MMS für den
Enduser.
Übersicht über bestehende Tarifschemata
