12.08.2002

ABGANG

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Blue C ist insolvent

Der ehemals am Frankfurter Neuen Markt notierte Internet-Dienstleister Blue C hat heute, Montag, beim Wiener Handelsgericht den Konkursantrag gestellt.

Das Ziel sei ein Zwangsausgleich, so Blue C-Alleinvorstand Karl Strasser: "Wir streben eine Quote von 20 Prozent an, aus heutiger Sicht scheint das sehr realistisch." Über die Höhe der Aktiva und Passiva wollte Strasser keine Auskunft geben, der Kreditschutzverband von 1870 [KSV] ermittelt derzeit.

Keine Bankverbindlichkeiten

Blue C sei in den vergangenen Monaten "das gesamte Geschäft verloren gegangen", berichtete Strasser. Zum einen habe man keine neuen Projekte mit den bisherigen Großkunden Swarovski, Red Bull, Raiffeisen und der Erste Bank an Land gezogen, zum anderen habe es auch an Projekten mit neuen Kunden gefehlt.

Zu den Gläubigern von Blue C gehören laut Strasser im wesentlichen Gebäudevermieter, eine Computerleasinggesellschaft und die Blue C-Mitarbeiter. Bankverbindlichkeiten habe das Unternehmen keine.

Noch kein geprüfter Abschluss

Blue C hatte 2001 rund 4 Mill. Euro Umsatz erzielt. Über den Fehlbetrag wollte Strasser keine Auskunft geben, da ein geprüften Abschluss für die Bilanz 2001 noch nicht vorliege.

Blue C nur noch 540.000 Euro wert

Am Montag notierte die Blue C-Aktie - mittlerweile nur noch am Frankfurter Geregelten Markt gelistet - zu Mittag bei 0,04 Euro. Das Unternehmen war damit nur mehr etwa 540.000 Euro wert.

Blue C entwickelte als E-Business-Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen für Großkunden Internet-Strategien und setzte diese dann technisch um. Das Hauptgeschäft des Unternehmens lag bei der Gestaltung von Homepages, Shoppingmöglichkeiten und Kundenbindungskonzepten.