11.08.2002

WORLDCOM

Bildquelle: Worldcom

Über 100 Millionen für die Bosse

Während Milliardenverluste in den Bilanzen versteckt wurden, haben die Bosse bei Worldcom umgerechnet 104 Millionen USD an Gehältern und Boni sowie durch Aktienverkäufe verdient. Dies enthüllte die Financial Times in ihrer gestrigen Online-Ausgabe.

Wie am Donnerstag berichtet, hat die in Konkurs befindliche US-Telekommunikationsgesellschaft Worldcom weitere falsche Gewinnausweise in Höhe von 3,3 Milliarden USD für den Zeitraum 1999 bis zum ersten Quartal 2002 entdeckt.

Damit beträgt die gesamte Gewinnreduzierung für diesen Zeitraum 7,18 Milliarden USD, teilte der in einen monumentalen Buchführungsschwindel verwickelte Konzern mit.

Weitere Abschreibungen kommen

Unternehmenschef John Sidgemore, dessen Job durch die Nachrichten dieser Woche immer stärker ins Wanken gerät, glaubt weiter an die Zukunft von Worldcom: "[Die neuen Enthüllungen] treffen unseren betrieblichen Cashflow nicht oder die Art und Weise wie wir das Unternehmen führen", sagte er der New York Times.

Indes stehen ihm wegen des gesunkenen Werts zugekaufter Firmen zusätzliche Abschreibungen von 50,6 Milliarden USD ins Haus.

Klagenflut

Die amerikanische Wertpapier- und Börsenkommission SEC hat eine Zivilklage wegen Betrugs gegen Worldcom laufen. Der langjährige Worldcom-Chef Bernie Ebbers musste im Frühjahr auf Druck der Aktionäre und Gläubiger den Hut nehmen.

Er schuldet Worldcom 408 Millionen USD, der zu einem beträchtlichen Anteil zum Kauf der nun wertlosen Worldcom-Aktien verwendet hatte.

Während außerdem zahlreiche Klagen geschädigter Aktionäre und Anleihebesitzer laufen, will sich das Unternehmen unter Aufsicht des Konkursrichters sanieren und bereits nach neun bis zwölf Monate "als stärkere und gesündere Firma" aus der Pleite hervorgehen.