12.08.2002

WETTERSCHAU

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Webcams sollen Leben retten

Statistisch gesehen gibt es in Alaskas Luftfahrt täglich einen Zwischenfall und alle zehn Tage ein Todesopfer. Hauptursache der tödlichen Flugunfälle ist schlechtes Wetter.

Zwar gibt es Wetterprognosen sowie Radarstationen und Wettersatelliten, die über die Situation Auskunft geben sollten, dennoch scheinen diese Informationen den Piloten nicht auszureichen.

Um die Unfallzahlen zu senken, setzt die Federal Aviation Administration [FAA] ein neues Mittel in der Prävention ein: Webcams. Sollten sie nicht helfen, erhöhen sie zumindest das Sicherheitsgefühl der Passagiere.

Start war 1997

Aufgrund der topographischen und klimatischen Bedingungen spielen Lufttaxis und andere Flugzeuge in Alaska eine besondere Rolle. Viele durchaus bewohnte Gegenden sind über Straßen überhaupt nicht erreichbar, müssen also regelmäßig über den Luftweg versorgt werden.

Die Kameras helfen den Piloten dabei, die oft lebenswichtige Entscheidung zu treffen, ob sie nun fliegen sollen oder nicht. Die ersten Versuche mit dem zwei Millionen USD teuren System begannen vor fünf Jahren. Seit 1999 sind die Bilder auch im Web zu sehen.

Da sich die Maßnahme zu bewähren scheint, wird die Zahl der Webcams noch heuer von 24 auf 36 Stück aufgestockt.

Schwierige Bedingungen

Zwei Dutzend Kamers in fünf Jahren scheint auf den ersten Blick nicht viel zu sein. Doch legt die FAA besonderen Wert auf die Verlässlichkeit des Systems.

Dabei hat man gerade an den völlig abgelegenen Orten, an denen Geräte installiert wurden, mit besonders schweren Bedingungen zu kämpfen. Stromanschluss gibt es natürlich weit und breit keinen und Kälte wie Unwetter setzen dem Equipment besonders zu.

Deshalb hat man sich dazu entschieden, die Stationen autark zu gestalten. Strom wird durch Solarzellen und Windräder gewonnen, die Bilder werden per Funk übertragen.

Derzeit gibt es ein derartiges System nur in Alaska, die FAA überlegt jedoch, ähnliches auch in anderen Bundesstaten zu installieren.

Alte Bilder zum Vergleich

Das jeweils aktuelle Bild kann man mit Bildern der letzten sechs Stunden sowie einem "Standardbild", dass die überwachte Gegend bei Schönwetter zeigt, vergleichen. Dies ermöglicht den Piloten, die Wetterentwicklung zu verfolgen.