Neues Anti-Viren-Konzept von Ikarus
"myM@ilWall" heißt das neueste, kurz vor dem offiziellen Launch stehende Produkt aus dem Hause Ikarus. Der 1986 gegründete Wiener Dienstleister und Software-Produzent mit Schwerpunkt Virenschutz, ist international vor allem im Businesskunden-Geschäft tätig.
An diese [genauer: an alle Betreiber von Mailservern] richtet sich auch myM@ilWall. Die "erste mandantenfähige Virenschutzlösung für E-Mail" wird in einem zentralen "IKARUS Scan Center" betrieben, kann aber auch direkt bei einem ISP [Internet Service Provider] gehostet werden.
Sie ermöglicht einem ISP, Virenschutz an seine Kunden weiterzuverkaufen. Der Provider hat dabei keine Investitionen zu tätigen, sondern entrichtet eine Jahresgebühr pro User an Ikarus.
So funktioinert myM@ilWall
Durch eine simple Änderung der Einstellungen im DNS-Eintrag für
die jeweilige Domain werden alle Mails zum Scan Center geroutet, wo
sie gemäß den Einstellungen für den jeweiligen Account untersucht
beziehungsweise bearbeitet werden. "Saubere" Mails werden danach an
den eigentlichen Mailserver weitergeleitet. Ikarus verspricht eine
Verfügbarkeit des Dienstes von 99,7 Prozent. Das System, dessen
Virendefinitionen bei Bedarf auch mehrmals täglich aktualisiert
werden, kann auch genutzt werden, um outgoing E-Mails zu scannen.
myM@ilWallDetails
Ikarus versucht sein neues Produkt indes nicht nur mit dem Argument der Kosteneinsparung durch wegfallende Hardwareinvestitionen, Wartungskosten und Softwareinstallationen zu verkaufen, sondern weist auch auf die technischen Finessen des Systemes hin.
Neben einem Pattern Scanner kommen drei heuristsche Scantechnologien [für Files, Makros und Scripts] zur Anwendung. Dabei soll auch schädlicher Code in komprimierten Attachments entdeckt werden, wobei 17 verschiedene Komprimierungsstandards verarbeitet werden können.
Weiters kann jeder Enduser für seine Adresse festlegen, welche Dateitypen oder Absenderadressen keinesfalls angenommen werden sollen [Blacklist] oder immer "weitergereicht" werden müssen [Whitelist]. Obendrein kann jeder User eine Statistik seines Mailaufkommens einsehen und bei einem "High Outbreak" wird der jeweilige Sysadmin per SMS alarmiert.
Auch Hoaxes sollen erkannt werden
Für eingefleischte User bedeuten sie eine willkommene,
humoristische Abwechslung im Alltag. Bei der Mehrzahl der User
jedoch sorgen sie für Verwirrung oder Panik: Hoaxes [falsche
Virenwarnungen]. So manchem Administrator haben sie schon den
letzten Nerv geraubt, weil er verunsicherten Usern immer und immer
wieder erklären musste, dass die "Warnung" nur ein schlechter Scherz
ist. myM@ilWall soll auch hier Abhilfe schaffen und in Bälde User
darüber aufklären können, dass sie einen [ungefährlichen] Hoax
erhalten haben.
So erkennt man HoaxesIkarus goes Fernost
In Österreich hat Ikarus bereits zwei große ISPs als myM@ilWall-Kunden gewonnen: die Telekom Austria und Nextra.
Neben dem österreichischen und europäischen Markt legt der Anti-Viren-Spezialist besonderes Augenmerk darauf, Kunden in Fernost zu gewinnen.
So sind eine koreanische und eine englische Version des User-Interface derzeit in Arbeit.
