Elektronische Akten im Regierungsbunker
In den kommenden Monaten wird ein großer Teil der österreichischen Verwaltung auf den sogenannten elektronischen Akt umgestellt. Das heißt, dass in Zukunft papierne Aktenberge in den Ministerien durch digitale Akte abgelöst werden.
Der erhoffte Vorteil für die Bürger: eine schnellere, transparentere Verwaltung.
Kritiker hingegen fürchten um die Sicherheit der Daten.
Bürgercard und Gemeinde-Sourveränität
E-Government soll in Zukunft für eine einfachere, schnellere und
effizientere Verwaltung sorgen.
E-Government in ÖsterreichMangel an Sicherheit
Von den Vorteilen des "elektronischen Aktes", der in elf Ministerien und dem Bundeskanzleramt Einzug halten soll, ist Roland Ledinger von der EDV-Abteilung des Bundeskanzleramtes überzeugt: "Der Sachbearbeiter [...] kann sofort einsteigen und die gesamten Informationen zum Akt begutachten."
Der Gewinn an Geschwindigkeit und Bürgerfreundlichkeit könnte aber einher gehen mit einem Verlust an Sicherheit, befürchtet Friedrich Kofler von der Fachgruppe Informationstechnologie in der Wirtschaftskammer: "Es wird schwierig sein, für dieses System ein gutes Betriebskonzept zu entwickeln, das auch bösen Angriffen standhält."
Softwarelieferant wird wahrscheinlich FabasoftDatensicherheit "in einigen Jahren"
Dazu kommt noch, dass die Republik die Kontrolle über ihre sensibelsten Daten aus der Hand gibt: Das Rechenzentrum, das die Datenströme des Elektronischen Aktes verwaltet, wird von einer privaten Betreiberfirma betrieben werden.
Die Datensicherheit werde bisher nur rechtlich vorgeschrieben, nicht durch technische Maßnahmen garantiert, kritisiert Kofler.
Im Bundeskanzleramt jedoch meint man, dass man sich in einigen Jahren auch technisch mit digitalen Signaturen absichern können wird, sodass der Betreiber keinen Zugang zur Information hat.
FBI will Spionen digitale Fallen stellen
Im Zuge einer Überprüfung der internen Sicherheit des FBI,
erklärte der ehemalige Leiter des FBI und CIA William H. Webster,
dass bessere Sicherheitsvorkehrungen gegen mögliche Spione aus den
eigenen Reihen nur durch ein neues technisch ausgereiftes
Eindringlings-Erkennungssystem erreicht werden könnten. Diese
Überwachungssoftware solle sich automatisch aktivieren, wenn
Mitarbeiter versuchen Einsicht in Geheimdokumente zu nehmen.
Man setzt auf abschreckende WirkungZero Risk für Datensicherung
Gegen Datenausfall habe man sich hingegen schon jetzt abgesichert, wird versichert. Alle sechs Stunden werden alle Akten und Datenbestände über Datenleitungen in den Regierungsbunker in St. Johann im Pongau übertragen und abgespeichert.
Und zwar in einer sogenannten "Zero Risk" - Umgebung. So heißt eine Umgebung, in der es nach menschlichem Ermessen keine Pannen geben kann.
