Europa wird ausge-umtst
Ende 2002 werden etwa dreimal so viele US-Bürger ein Handy der zweieinthalbten [GPRS] bzw. der dritten Generation [UMTS] besitzen wie Europäer.
Bis 2004 sollen es 115 Millionen Kunden in den USA sein, welche die neuen 3-G Dienste nutzen. Für Europa rechnet die Beratungsfirma Morgan Stanley, von der diese Studie stammt, im selben Zeitraum mit um die 36 Millionen Benutzer für die neuen drahtlosen Datendienste.
Warum Europa, in Bezug auf Mobilfunk seit dem Siegeszug von GSM klar vor den USA, droht, so zurück zu fallen, erklären die Analysten so.
Warum GPRS nicht auf Touren kam
Die Kombination aus überhöhten Preisen für drahtlose Datendienste
[vor allem WAP aber auch GPRS], das anfängliche Fehlen geeigneter
GPRS-Endgeräte wie überzeugender Services, habe zu dieser
Entwicklung geführt.
CDMA-2000CDMA 2000 1x
Vor allem aber ist es die fehlende Geschwindigkeit, die den Umstieg auf GPRS wenig attraktiv macht. Das Gros der europäischen Netzbetreiber setzt bis zur Einführung von UMTS [alias W-CDMA, aka Code Division Multiple Access] zur Überbrückung auf ein in das vorhandene GSM-Netz mehr oder weniger hineingequetschtes GPRS-Netz.
In den USA sowie im fernen Osten werden die vorhandenen Handynetze hingegen auf den CDMA-2000-Standard aufgerüstet. Mit CDMA-2000 1x werden nun theoretisch wie praktisch höhere Transferraten erzielt, als über europäisches GPRS.
Sprint als erster landesweit
Der US-Anbieter Sprint beansprucht seit gestern, Donnerstag für
sich, das Prädikat, als erster US-Betreiber ein landesweites Netz
der dritten Generation auf "evolutionärem" Weg errichtet zu haben.
CDMA 2000 1x mit theoretischen Übertragungsraten von 144 kbps und
mehr soll laut Sprint im Normalbetrieb 50 kbps bis 70 kbps bieten.
Die Aussendung von Sprint65 Prozent des Markts
Also deutlich mehr als ein durchschnittlicher GPRS-Anschluss in Europa. Für 2004 erwartetet Morgan Stanley eine Marktdurchdringung von 65 Prozent für Handys mit derlei Datenraten. Für Europa prophezeien die Analysten gerade einmal 11 Prozent.
Neben Sprint, der Nummer vier in den USA, ist auch Marktführer Verizon bereits im Februar mit einem 3G-Netz gestartet, das sich dabei allerdings auf die Ballungsräume San Francisco, Salt Lake City, Boston und New York beschränkt.
